Atomkraft: Ein 80 Milliarden Euro-Geschenk für die Energie-Konzerne?

22.06.2010

Mit Atomkraft lässt sich viel Geld verdienen. Besonders mit alten Atomkraftwerken. Genau deshalb treffen sich die Vorstandsvorsitzenden der vier großen Energiekonzerne am 23. Juli mit Frau Merkel. Die Vertreter der Energie-Konzerne wollen längere Laufzeiten für ihre Atomkraftwerke durchsetzen.

Professor an der Jacobs University Bremen mit dem Spezialgebiet Energiewirtschaft.Wolfgang PfaffenbergerProfessor an der Jacobs University Bremen mit dem Spezialgebiet Energiewirtschaft. 

Bei einer Laufzeitverlängerung von 28 Jahren würden die vier deutschen Energie-Unternehmen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW ihre Gewinne um rund 80 Milliarden Euro erhöhen. Das hat der Bremer Enegie-Experte Wolfgang Pfaffenberger ausgerechnet. Die Bundesregierung möchte an diesen Gewinnen beteiligt werden. Eine bereits skizzierte Sondersteuer würde dem Bund jährliche Mehreinnahmen von 2,3 Milliarden Euro bescheren. Doch die Konzerne sind nur bereit eine solche Steuer zu akzeptieren, falls ihnen längere Laufzeiten für ihre Kraftwerke zugesichert würden. Um in diesem Poker einen Kompromiss zu finden, treffen sich die Vorstandsvorsitzenden von E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW am morgigen Mittwoch im Kanzleramt.

 

Hören Sie hier das Interview mit dem Bremer Energieexperten Wolfgang Pfaffenberger: