AutoMobil | ADAC in der Vertrauenskrise

17.01.2014

Der ADAC hat am Sonntag Manipulationen bei Leserwahlen eingeräumt. In neun Kategorien ist auch in diesem Jahr wieder der "Gelbe Engel" vom ADAC verliehen worden - darunter auch der Titel "Lieblingsauto der Deutschen". Nun stehen Betrugsvorwürfe bei der Wahl im Raum. Der ADAC hat bis Sonntag jegliche Schuld von sich gewiesen.

ADAC-Chef Peter Meyer stand wegen der offensiven Lobbyarbeit und Interessenkonflikten in der Kritik und tritt nun offenbar zurück. Foto: © ADAC

Aktualisierung, Sonntag 10.45 Uhr: Der ADAC hat die Manipulationsvorwürfe bestätigt. Pressechef Ramstetter tritt zurück und hat all seine Funktionen niedergelegt. Die Süddeutsche Zeitung hatte mit ihren Recherchen den Betrug aufgedeckt.

Er hat fast 19 Millionen Mitglieder und ist in Deutschland der Ansprechpartner, wenn es um Pannenhilfe, Reifentests oder Reiseschutz im Ausland geht. Der Automobilclub ADAC ist in Deutschland eine Institution und genießt großes Vertrauen.

ist Direktor des CAR - Center Automotive Research an der Universität Duisburg-EssenFerdinand Dudenhöfferist Direktor des CAR - Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen 

Alljährlich vergibt der Automobilclub den Preis „Gelben Engel“ – bereits zum zehnten Mal wurde er gestern in München verliehen. Bei dieser Abendveranstaltung wird unter anderem auch das „Lieblingsauto der Deutschen“ gekürt. Dieses Modell wird von den Mitgliedern des ADAC und den Lesern des clubeigenen Magazins ADAC motorwelt gewählt, so gibt es zumindest der Automobilclub in seinen Veröffentlichungen an.

Zwei Redakteure der Süddeutschen Zeitung behaupten nun, der ADAC würde betrügen und die Zahlen seien frisiert. Vorstandschef Meyer bestreitet die Vorwürfe.

Wie vertrauenswürdig Deutschlands größter Automobilclub noch ist, haben wir mit Ferdinand Dudenhöffer besprochen. Er ist Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.


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