AutoMobil | Der Brexit und die Automobilwirtschaft

Die Wirtschaft würde leiden

26.06.2017

Wenn 2019 ein harter Brexit droht, dürfte das erhebliche Einbußen für die deutsche Automobilwirtschaft haben. Geben die Hersteller die Kosten dann 1:1 an die Kunden weiter, hätte das auch erhebliche Auswirkungen auf die Autokäufer.

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Der Brexit kam unerwartet. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass das Vereinigte Königreich der EU tatsächlich den Rücken kehren wird. Weniger unerwartet dürften uns dann jedoch die Folgen eines solchen Austritts treffen. Zwei Jahre lang soll nun verhandelt werden, wie die Scheidung zwischen Brüssel und London abläuft. Genug Zeit, um sämtliche Szenarien durchzugehen und die wirtschaftlichen Folgen abzuschätzen.

Jede dritte Neuzulassung in UK ist ein deutscher Export

Der sogenannte „Harte Brexit“ träfe die europäische Wirtschaft dabei am Schlimmsten. Auch die deutsche Automobilindustrie dürfte an den Folgen ordentlich zu knabbern haben. Denn Großbritannien gilt als einer der wichtigsten Absatzmärkte für die hiesigen Hersteller. Ganze 20 Prozent der Automobil-Exporte gehen über die Themse. Tritt der harte Brexit jedoch tatsächlich ein, dürfte sich das ändern.

Zunächst würden die  Zollvereinbarungen der Welthandelsorganisation (WTO) in Kraft treten. Konkret hieße das: 10 Prozent auf Autos, immerhin noch 4,5 Prozent auf Fahrzeugteile. Und auch der Wechselkurs zwischen dem Britischen Pfund und dem Euro würde sich drastisch verändern. Schon jetzt hat das Pfund mit einer erheblichen Abwertung gegenüber dem Euro zu kämpfen.

Ohne neue Preisstrategien wird der Brexit für die Kunden teuer

Diese beiden Entwicklungen hätten erhebliche Folgen für den Absatz und den Preis. Die Absatzzahlen würden sinken, die Preise steigen. Ohne die Entwicklung von Preisstrategien in den kommenden zwei Jahren hätte das sowohl Folgen für die Autokäufer in GB als auch in Deutschland. Laut Rechnungen des Forschungsinstituts Deloitte würden Autos auf der Insel um knapp 4.000 Euro teurer. In Deutschland müssten die Käufer sogar fast 6.000 Euro mehr hinblättern.

Darüber hinaus wären auch noch Arbeitsplätze bedroht. Schätzungen von Deloitte zu Folge könnten 18.000 Arbeitsplätze in Deutschland dem harten Brexit zum Opfer fallen.

Welche konkreten Konsequenzen hätte ein harter Brexit somit für die deutschen Autohersteller? Und was können diese dafür tun, um ihre Wirtschaft doch noch zu schützen? Darüber hat detektor.fm-Moderator Lucas Kreling mit AutoMobil-Redakteurin Rabea Schloz gesprochen.


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