AutoMobil | Fahrlehrermangel beschäftigt Branche

Warum wird keiner mehr Fahrlehrer?

29.05.2017

Der Großteil der Deutschen über 18 Jahre hat einen Führerschein. Um diesen zu bekommen, muss man Fahrstunden und theoretischen Unterricht nehmen. Für diese Ausbildung sind Fahrlehrer zuständig, doch davon gibt es immer weniger.

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Wer in Deutschland einen Führerschein will, muss sich vorbereiten. Da ist zum einen der Theorieunterricht, in dem Fahrlehrer alles über Verkehrsregeln, Beschilderungen und Rechtsgrundlagen im Straßenverkehr vermitteln. Zum anderen gibt es auch noch die Praxisstunden, in denen Fahrschüler gemeinsam mit dem Lehrer durch die Stadt fahren, die Autobahn erkunden und auch mal nachts hinters Steuer müssen. In beiden Bereichen müssen die Fahranwärter eine Prüfung ablegen und diese auch bestehen. Erst dann bekommen sie den Führerschein.

Fahrlehrermangel wird größer

Allerdings fehlt es hierzulande mittlerweile in fast allen Regionen an Fahrlehrern. Immer weniger junge Menschen wollen sich zum Fahrlehrer ausbilden lassen. Denn die Hürden sind sehr hoch. Zunächst einmal benötigen die Anwärter selbst mehrere Führerscheine: für Auto, LKW und Motorrad. Da kommt eine ordentliche Summe zusammen; viele schreckt schon das ab. Außerdem müssen die Nachwuchs-Fahrlehrer 22 Jahre alt sein. Das empfinden viele Kritiker als zu spät: Wenn man erst einmal einen Job hat, sattelt es sich viel schwieriger wieder um. Die Folge: Es mangelt an Nachwuchs, immer mehr aktive Fahrlehrer gehen in den Ruhestand und es kommt kaum jemand nach.

Dobrindt will Ausbildung ändern

Darunter leidet offenbar auch die Fahrausbildung. Deswegen will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Ausbildung nun von Grund auf reformieren. Die Hürden sollen sinken und gleichzeitig neue Anreize entstehen. Doch zufrieden sind die Fahrlehrer mit den Reformen nicht. Künftig soll die Ausbildung beispielsweise statt zehn Monate, ein Jahr dauern. Das ist immer noch zu kurz, finden mehrere Landesverbände.

Die Ausbildung wird um etwa ein Drittel verlängert. […] Aber sie müsste zwei Jahre lang gehen. – Detlef Eisink vom Landesverband der Fahrlehrer Saar e.V.

Letztlich schlägt sich ihrer Meinung nach die Qualität der Ausbildung auch auf die Fähigkeiten der Fahranfänger nieder. Ein Halten der Standards ist jedoch schwer, wenn es kaum neue Fahrlehrer gibt, die auch selbst gut geschult sind. Wie also kann man den Beruf wieder attraktiver machen?

Die Landesverbände haben da ihre ganz eigenen Ideen. So auch der Landesverband der Fahrlehrer Saar e. V mit Sitz in Völklingen. Der Vorsitzende Detlef Eisink hat mit detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt über den aktuellen Fahrlehrermangel und Lösungsansätze gesprochen.

Detlef_EisinkMan muss ja die Fahrschüler ausbilden. Und dazu gehört eine Menge Geduld.Detlef Eisinkist Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Saar. 

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