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Aufgereihte Autos und Stände waren auch dieses Jahr das beherrschende Bild auf der IAA. Doch wenn die Messe zukunftsfähig sein will, sollte sie sich davon verabschieden. Foto: Daniel Roland | AFP
Bild: Daniel Roland | AFP

AutoMobil | IAA 2019: Messe in der Krise

„Neue Emotionen müssen geschaffen werden“

Klimaproteste, fehlende Hersteller, sinkende Besucherzahlen. Die IAA 2019 in Frankfurt zeigt: Die Messe muss sich grundlegend verändern, wenn sie in Zukunft bestehen will.

Die Internationale Automobil-Ausstellung IAA 2019 in Frankfurt ist nach zehn Tagen zu Ende gegangen. Und mit ihr auch der Glanz vergangener Zeiten, in denen die Auto-Messe ein Publikumsmagnet und Schauplatz echter Innovationen war. Die diesjährige IAA zeigt, dass sich Besucherinnen und Besucher wie Hersteller Veränderung wünschen.

Gamescom, IFA, IAA?

Denn das Konzept einer riesigen Messehalle mit einzelnen Ständen, die ihre Autos präsentieren, ist veraltet. Gerade Innovationen rund um Themen wie autonomes Fahren und Digitalisierung lassen sich so nur schlecht präsentieren. Der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer plädiert stattdessen dafür, die ganze Messe neu aufzuziehen. Zum einen über Partner, die hinsichtlich digitaler Gadgets erfahrener sind.

Die Messe könnte sich neu erfinden, wenn sie sich mit jemand zusammen tut, der stark die Themen Digitalisierung, Spielen und Unterhaltung betreibt und das ist entweder die GamesCom oder noch besser nach meiner Einschätzung die IFA. – Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft

Klimathemen nutzen

Auf der anderen Seite sieht er auch das Potenzial eine Plattform für Umweltthemen darzustellen. Als Werbe-Messe könnte die IAA dann so nicht weiter bestehen, stattdessen müsste sie sich zu einer Veranstaltung des Austausches entwickeln.

Achtzig Prozent des Verkehrs findet heute durch PKWs statt und deswegen muss man schauen, dass man das Auto emissionsfrei hinkriegt – und die Autobauer sind dabei. Schade also, dass das eher eine Konfrontation war in Frankfurt und dass man nicht gezeigt hat, was möglich ist. – Ferdinand Dudenhöffer

Im Gespräch mit detektor.fm-Redakteurin Eva Weber zieht Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft, ein Fazit zur IAA 2019 und spricht darüber, wie die Messe wieder zukunftsfähig werden könnte – und wieso SUVs gar nicht so schlimm sind.

Ferdinand Dudenhöffer - ist Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen

ist Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen
Kein Mensch käme auf die Idee gegen den VW-Bulli Krieg zu machen, aber nur weil das Ding SUV heißt, glauben viele sie müssen jetzt in den Krieg ziehen. Das ist falsch.Ferdinand Dudenhöffer

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