AutoMobil | Induktives Laden: Akku voll ohne Kabel

Das Aus für das Ladekabel?

23.01.2017

Elektroautos haben mit ihren spritfressenden Geschwistern eines gemeinsam: Ohne Reinstecken kein Auftanken. Das gilt für die Zapfsäule wie für das Ladekabel. Für die Stromer aber könnte damit in Zukunft bald Schluss sein. Stattdessen könnte man die Batterie durch Induktion aufladen – ganz ohne Kabel. Aber wie funktioniert's?

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Immer wieder ist von der Elektromobilität als Zukunftsträger der Automobilbranche die Rede. In der Realität ist davon noch eher wenig zu sehen: die Reichweite der Autos ist zu gering und Lademöglichkeiten gibt es hierzulande noch immer viel zu wenig.

2017: Kabel statt Induktion

Die Autohersteller arbeiten jedoch an beiden Problemen. Schon in diesem Jahr kommen neue Modelle auf den Markt, die mit einer deutlich verbesserten Batteriekapazität und somit auch Reichweite punkten könnten. Und auch beim Laden selbst wird sich womöglich einiges tun. Allein in diesem Jahr sollen 400 neue Schnellladestationen entstehen zusätzlich zu den geplanten Ladesäulen von Verkehrsminister Dobrindt. Bis 2020 sollen es dann schon mehrere Tausende sein, das Ladeproblem dürfte dann immer seltener eine Rolle spielen.

Es steht aber nicht nur die Frage im Raum, wo neue Ladestationen nötig sind, sondern auch, wie E-Autos in Zukunft überhaupt aufgeladen werden sollen. Bislang setzen die Hersteller auf herkömmliche Ladekabel, mit denen man sein Auto mit der Ladesäule verbindet. Tatsächlich geht es aber auch anders: Induktives Laden könnte das Ladekabel ablösen.

Die Standardisierung wird jetzt gerade finalisiert. […] Ziel ist es, bis Ende diesen Jahres diesen Standard zu berücksichtigen. – Christopher Joffe, IISB

Beim kabellosen Laden wird das Auto nur noch auf einem dafür vorgesehenen Parkplatz abgestellt. Aber wie funktioniert das Ganze eigentlich? Die meisten werden Induktion zwar vom eigenen Herd in der Küche kennen aber was hinter dieser Technologie steckt, ist oftmals nicht bekannt.

Induktives Laden als Standard der Zukunft?

Dabei ist die Idee dahinter recht simpel. In einer Spule erzeugt elektrischer Wechselstrom ein pulsierendes Magnetfeld. Das wäre im Falle der E-Autos der Parkplatz. Das Magnetfeld im Boden lässt in einer zweiten, möglichst nicht allzu weit entfernten Spule ebenfalls Strom fließen. Diese wäre dann im Auto verbaut.

Bis es aber soweit ist, dass Elektroautos tatsächlich nicht mehr via Kabel, sondern per Magnetfeld geladen werden, ist es noch ein weiter Weg. Denn aktuell steht die Industrie noch vor einigen Problemen, die es zu lösen gilt.

Welche das sind und wann induktives Laden in der Autobranche üblich sein wird, hat detektor.fm-Moderatorin Carina Fron den Diplom-Ingenieur Christopher Joffe gefragt. Er forscht am Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB im Bereich Fahrzeugelektronik.

Joffe_IISBWer bezahlt das und was rechtfertigt das?Christopher Joffesieht noch einige offene Fragen beim induktiven Laden. 

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