AutoMobil | Ubitricity – Neue Idee für Elektroautos

Strom für E-Autos aus der Laterne

05.12.2014

Der Markt von Elektroautos kommt in Deutschland nicht in Schwung. Einer der Mängel: Zu wenig Stromtankstellen. Das Berliner Startup "Ubitricity" zeigt einen Ausweg – die Hauptstadt aber lehnt dankend ab.

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Das Laden von Elektroautos ist eines der größten Probleme der Branche. Selbst mit „vollgetankter“ Batterie reicht der Strom häufig für nicht mehr als 150 Kilometer Fahrtweg. Hinzu kommt der Mangel an Stromtankstellen in Deutschland. Ginge es nach dem Berliner Start-Up-Unternehmen „Ubitricity“, wäre es vorbei mit der Sorge um den nächsten Strom-Nachschub.

Elektroautos: Volltanken aus Laterne und Steckdose

„Ubitricity“ setzt sich zusammen aus „ubiquitous“ und „electricity“ und bedeutet so viel wie „allgegenwärtiger Strom für Elektroautos“. Das Konzept: Fahrzeuge sollen den Strom nicht nur aus der Steckdose, sondern auch aus der nächsten Straßenlaterne ziehen. Alles, was es dafür braucht, ist ein Ladegerät und ein Stromzähler. Eine ebenso einfache wie geniale Idee, wofür das Unternehmen im Oktober dieses Jahres mit dem „Energy Award“ ausgezeichnet worden ist. Doch es hapert an der Umsetzung.

Ladehemmungen bei der Subventionierung

Problematisch ist nicht etwa das Konzept an sich, sondern dessen Förderung durch die Hauptstadt. Anstatt das Start-Up direkt zu fördern, hat sich Berlin ein Förderungsvergabeverfahren überlegt. Aus dem ist Ubitricity frühzeitig rausgeflogen. Der Grund: Die Stadtentwickler hatten Zweifel, ob die Idee überhaupt massentauglich sei. In Berlin gebe es rund 188.000 Straßenlaternen, lediglich 5.000 davon kämen als Elektrotankstellen in Frage.

Gratissteckdosen abgelehnt

Auf die Kritik der Stadtentwickler hatte Ubriticity vor, mit einem Geschenk zu reagieren: Hunderte Steckdosen sollte es für lau geben. Die Stadt hat dankend abgelehnt. Nur 19 Laternen erhielten eine Steckdosenlizenz. Eine davon steht direkt neben dem Bundesverkehrsministerium, beantragt wurden hier jedoch drei Lizenzen. Die große Mehrheit der lizenzierten Steckdosen befindet sich in den Randgebieten Berlins.

Zu viel Gegenwind für die Elektro-Tank-Revolution? Christoph Dziedo hat mit Nina Keim von Ubitricity nicht nur die Technik hinter dem Konzept, sondern auch deren Schwierigkeiten im Alltag auseinandergenommen.

Nina KeimWir haben mit unserer Technologie eine Chance, auf den Markt zu kommen - denn nur durch den Einsatz mobiler, intelligenter Stromzähler wird die Lade-Infrastruktur flächendeckend bezahlbar.Nina Keim ist Sprecherin des Startup-Unternehmens Ubitricity 

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