AutoMobil | Vernichtet die Elektromobilität Jobs?

Gewinner und Verlierer

16.10.2017

Das E-Auto wird einige Jobs vernichten. Gerade die Produktion wird sich verändern. Aber anderswo werden auch wieder neue Jobs entstehen. Umschulungen und Umstrukturierungen werden die großen Herausforderungen der nächsten Jahre.

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Es ist noch gar nicht so lange her, da machte eine Studie des Ifo-Instituts die Runde. 620.000 Jobs würden durch die Verkehrswende hin zum Elektromotor in der Automobilbranche vernichtet werden. Betrachtet man die Ergebnisse dieser Studie nur kurz, wirkt das schockierend – mehr als eine halbe Million Jobs, einfach weg! Allerdings lohnt es, sich einige Minuten länger mit der Untersuchung zu beschäftigen. Denn es ist zwar korrekt, dass einige Jobs wegfallen werden. Allerdings werden in anderen Branchenzweigen auch neue Arbeitsstellen entstehen. Da dies aber nicht Teil der Ifo-Untersuchung war, ging dieser Aspekt schnell unter.

Gewinner und Verlierer

Nun aber hat sich ein neues Team aus Wissenschaftlern dieser Thematik gewidmet und nicht nur die Arbeitsplatzverluste untersucht, sondern auch den Zuwachs. Das Ergebnis lässt einen etwas optimistischer stimmen: Insgesamt werden wohl mehr Jobs entstehen, als beispielsweise bei der Herstellung wegfallen werden. Das ist die zentrale Aussage einer neuen Studie von Cambridge Econometrics, Element Energy und M-Five im Auftrag der European Climate Foundation. Bis zum Jahr 2030 sollen die Beschäftigungszahlen in der Branche sogar noch ansteigen.

Teilweise ist es möglich, die Menschen in ähnliche Arbeitsverhältnisse zu bringen. – Wolfgang Schade, wissenschaftlicher Leiter bei M-FIVE

Zudem fallen die Entwicklungen recht unterschiedlich aus, es wird wohl „Gewinner“ und „Verlierer“ geben. In der Ölindustrie beispielsweise wird es langfristig zu Einbußen kommen. Wo man weniger Kraftstoff benötigt, braucht man auch weniger Arbeitskräfte. Im Gegenzug dazu wird wohl vor allem die Öko-Energiebranche vom Wandel profitieren – und somit dürfte dort auch mit einem Plus an Arbeitsplätzen zurechnen sein.

Hersteller müssen schon jetzt reagieren

Ein ähnliches Beispiel ist der Bau der Fahrzeuge. E-Autos werden anders gebaut, viele Schritte in der Produktion fallen weg oder können vereinfacht werden. Im Gegenzug dürfte der Bau der Batterie sowie die Entwicklung daran wieder mehr Stellen schaffen – sofern die Unternehmen ihren Markt nicht ins Ausland verlagern.

Die Elektromobilität birgt somit Chancen für die Automobilbranche, aber auch Risiken. Die Hersteller müssen schon jetzt damit beginnen, sich auf die kommenden Jahrzehnte einzustellen. Das heißt auch, dass Arbeitgeber ihr Personal umschulen oder neu ausbilden müssen. Welche Herausforderungen die Wende mit sich bringt, hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Wolfgang Schade besprochen. Er ist wissenschaftlicher Leiter bei M-FIVE und hat an der Studie mitgewirkt.

Automobil_Wolfgang SchadeIm Netto ergibt sich, dass zwar Jobs teilweise wegfallen, aber auch andere entstehen.Dr. rer. pol. Wolfgang Schadeist Wissenschaftlicher Leiter bei M-FIVE.  

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