AutoMobil | Wie grün sind E-Autos wirklich?

Nicht perfekt, aber besser

20.03.2017

Die Zukunft des Straßenverkehrs liegt in der Elektromobilität. Umweltfreundlich sollen sie sein, ressourcenschonend und nachhaltig. Doch stimmen diese Versprechen tatsächlich? Es gibt immer wieder Kritik.

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Die Europäische Union und auch Deutschland selbst haben sich hohe Klimaziele gesetzt. Bis 2050 will Deutschland beispielsweise „treibhausneutral“ werden. Aber wenn alles beim Alten bleibt, wird das mit den Plänen nichts. Deshalb setzt die Regierung sowohl sich als auch vielen Industriezweigen strikte Ziele.

Gute Idee, schlechte Umsetzung

Eines davon betrifft die Automobilbranche. Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektroautos fahren. Mit ihnen soll vieles besser werden: E-Autos fahren emissionsfrei und könnten so die Stickoxid- und Feinstaubbelastung erheblich senken. Mittlerweile – drei Jahre vorm Stichtag – ist so gut wie klar: das wird nicht funktionieren. Mit Ach und Krach wird man vermutlich gerade einmal die 500.000er-Marke knacken.

Nicht so schlimm, sagen einige. So grün sind die E-Autos sowieso nicht, sagen andere. Doch Umweltschützer widersprechen hier. Haben doch Elektroautos meist eine bessere Ökobilanz als Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Doch es gibt natürlich auch bedenkenswerte Argumente der Kritiker. Denn vor allem die Herstellung der Batterie macht Umweltschützern Sorgen.

Lithium in E-Autos – noch umweltfreundlich?

In jeder Batterie stecken nämlich um die drei Kilogramm Lithium. Problematisch ist dabei besonders der Abbau. Das Material kommt nämlich oft in wasserarmen Regionen vor. Für die Materialgewinnung wird jedoch viel Wasser benötigt. Außerdem ist Lithium zwar aktuell noch kein knappes Gut, ohne sinnvolle Recyclingverfahren könnte es das aber schon bald werden.

Damit ein Elektroauto fährt, braucht es nicht nur eine leistungsfähige Batterie. Schließlich muss das Auto auch mit Strom versorgt werden. In Deutschland werden bislang allerdings nur rund 30 Prozent des Stromes aus regenerativen Energiequellen gewonnen. Überwiegend kommt der Strom für E-Autos bisher also aus Atom- oder Kohlekraftwerken.

Nur lokal emissionsfrei

Zwar stoßen E-Autos trotzdem während der Fahrt keine umweltschädlichen Stoffe aus, die Stromerzeugung ist aber trotzdem nicht grün. Das schmälert die Umweltbilanz der Fahrzeuge.

Sind Elektroautos also gar nicht so umweltfreundlich, wie viele glauben? Oder sind sie vielleicht einfach nur noch nicht perfekt, aber auf dem richtigen Weg? Darüber hat detektor.fm-Moderatorin Carina Fron mit Julius Jöhrens gesprochen. Der Diplom-Physiker forscht am Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg an alternativen Antrieben.

Julius JöhrensWir haben sehr anspruchsvolle Klimaziele, bei denen klar ist, dass wir sie mit konventionellen Fahrzeugen nicht werden erreichen können. Julius Jöhrenssieht zwei Notwendigkeiten zum Erreichen der Klimaziele. 

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