AutoMobil | Wie neue Technologien Autos sicherer machen sollen

04.10.2013

Elektromobilität, die Vernetzung von Autos oder Fahrassistenzsysteme: technologische Entwicklungen sollen den Fahrer künftig besser schützen und das Autofahren sicherer machen.

Autos werden selbstständiger, vernetzter und umweltfreundlicher. An erster Stelle aber steht für viele Entwickler die Sicherheit.

In der Autobranche ist man sich sicher, dass ohne technologische Hilfe, die Zahl der Verkehrstoten steigen würde. Um das zu verhindern, sollen neue Fahrassistenzsysteme den Verkehr sicherer machen.

Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt haben Hersteller ihre Vision vom unfallfreien Fahren gezeigt.

„AutoMobil“ wird präsentiert von Carglass.

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Der Beitrag zum Nachlesen:

Bereits heute sind moderne Autos mit komplizierter Technik ausgestattet  und eines ist klar: es kommt künftig noch mehr Technik ins Auto. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt haben die Hersteller gezeigt, wie die Autos von morgen aussehen: elektrisch oder mit Hybridmotoren, Autos sollen selbstständig fahren und kommunizieren können, mit dem Fahrer, mit anderen Fahrzeugen und mit Verkehrszentralen. Das soll Autofahren nicht nur komfortabler oder günstiger machen, sondern auch sicherer. Beim Zulieferer Bosch werden dafür Assistenzsysteme entwickelt, die ein ambitioniertes Ziel haben: das unfallfreie Fahren, erklärt Gerhard Steiger von Bosch:

Wir sehen dass, wenn wir nicht mehr Technik ins Fahrzeug bringen, die Anzahl der tödlichen Unfälle mit dem Verkehr weiter ansteigen wird. Es gibt Hochrechnungen von der UN, dass von heute etwa eine Million Tote pro Jahr auf der Strasse weltweit das ganze ansteigen würde, ohne weitere technische Unterstützung, bis auf zwei Millionen und das gilt es zu verhindern. Deshalb sind wir fest davon überzeugt, dass zusätzliche Assistenzsysteme, die dem Fahrer helfen kritische Situationen rechtzeitig zu erkennen oder zu überwinden oder auch eingreifen wie Notbremssysteme, dass die helfen die Anzahl der Unfälle deutlich zu reduzieren und ich glaube, das ist unsere Aufgabe.

Ein Assistenzsystem, dessen Zusammenhang mit Sicherheit wohl am deutlichsten wird, ist der so genannte „E-Call“. Das automatische Notrufsystem wird ab Oktober 2015 für alle neuen Fahrzeuge Pflicht. Wenn dann bei einem Unfall der Airbag auslöst, wird automatisch eine Verbindung zu einem Callcenter hergestellt. Gleichzeitig werden wichtige Daten übermittelt, wie der genaue Unfallort oder die nächste Rettungsleitstelle. Und es vereinfacht die Kommunikation deutlich, sagt Stefan Grillneder von BMW:

Das Callcenter ist praktisch der erste, der mit mir spricht, das heißt, die würden also auch im Falle eines Unfalls so lange in der Leitung bleiben bis letztendlich die Rettungskräfte eintreffen und ich denke mal ein besonderer Nutzen für den Kunden ist, dass im Ausland, wenn ich jetzt beispielsweise in Italien einen Unfall habe, habe ich den Notruf in meiner Landessprache und bin hier wirklich bestens betreut, bis die Rettungskräfte hier eintreffen.

Darüber hinaus kann der Notruf auch per Hand ausgelöst werden. Zum Beispiel können Autofahrer damit anderen Verkehrsteilnehmern helfen, ohne erst ein Telefon in die Hand nehmen zu müssen. Das Auto soll selbst viele Funktionen eines Smartphones übernehmen. Auch das kann Fahren sicherer machen, meint Benjamin Oberkersch von Mercedes Benz:

Es bringt ein Mehr an Sicherheit, zum einen schonmal wenn wir davon ausgehen würden, die Leute, die Apps verwenden, das mit ihrem Telefon tun während der Fahrt. Das wollen wir natürlich auch keinen Fall. Und da bringts dem Kunden schon nen Vorteil, wenn die Inhalte seiner App im Fahrzeugdisplay angezeigt werden, mit einem vernünftigen Kontrast, in einer vernünftigen Größe und wir bestimmte Inhalte während der Fahrt auch dunkel schalten, so dass der Fahrer dann auch nicht abgelenkt ist.

Fahrassistenzsysteme könnten aber auch gleich das Fahren übernehmen. Autonomes Fahren ist eine Vision, die in anderen Verkehrsbereichen längst Alltag ist. Denn nicht die Technologie, sondern der Mensch selbst ist das größte Risiko im Verkehr, erklärt Michael Schweitzer von Volvo:

Der Fahrer ist tatsächlich – das ist menschlich – und auf dem Weg zu einem unfallfreien Fahren der Fahrer der Faktor, der die Fehler macht. Wir steigen heute alle in ein Flugzeug ein und das Flugzeug fliegt mit Autopilot, startet und landet sogar mit Autopilot, in vielen anderen Sachen in der Fortbewegung – in Zügen ist es auch ein Autopilot, der den Zug die meiste Zeit über steuert, deshalb: Warum nicht irgendwann auch im Auto?

Schweitzers schwedische Kollegen testen gerade ein autonomes Einparksystem. Auch hier besteht eine Verknüpfung mit dem Smartphone. Es klingt ein wenig nach der 80er Jahre Serie Knight Rider: Wenn das Auto in einem Parkhaus abgestellt wurde, soll es mithilfe einer App den Befehl bekommen einzuparken. Es soll dann genauso wieder per Knopfdruck selbstständig aus dem Parkhaus herausfahren bis der Fahrer schließlich einsteigt und das Steuer wieder übernimmt. All diese Daten, die bei Assistenzsystemen und einem vernetzten Auto übertragen werden, bedeuten aber auch, dass es angreifbar wird. Datenschutz ist eine relativ neue Aufgabe, mit der die Hersteller umgehen müssen, erlärt Christian Weiß, der bei Mercedes Benz für für die Vernetzung von Autos zuständig ist.

Zusätzlich sind die bekannten Sicherheitsmechanismen, die man überlichweise in Funkübertragungssystemen hat zum Schutz vor Hackern und so weiter einbaut, vorgesehen, also das ist ein zentraler, integraler Teil dieses Systems mit dieser Sicherheitsarchitektur. Und um das ganze noch abzurunden: ein technisches System hat immer natürlich ein Restrisiko. Wir basieren all unsere Entscheidungen nicht auf dem Sensorkommunikation allein. Alle Entscheidungen, die wir im Fahrzeug treffen,dann auch mit anderen Sensoren, die unabhängig von der Kommunikation sind, abgeglichen. So dass wir quasi nen doppelten Boden hier haben.

Dass die Daten der Fahrer geschützt werden, ist auch im Interesse der Technologie. Denn die Vernetzung von Fahrzeugen funktioniert nur dann, wenn möglichst viele mitmachen. Deshalb wollen die Hersteller auch das Vertrauen in die Technologie schaffen und anonymisieren die Daten. Klar ist aber auch: erst wenn sich diese Systeme im Auto durchgesetzt haben, werden offene Sicherheitslücken sichtbar. In einem sind sich Hersteller und Zulieferer zumindest einig: Dass moderne Autos den Verkehr insgesamt sicherer machen können.