Dole, Chiquitta, Fyffes – Die Folgen des Bananenkonsums

Den Preis zahlen die Anderen

05.01.2015

Zehn Kilo Bananen verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Damit ist Deutschland europäischer Spitzenreiter. Die Banane gilt als gesund, sie ist billig und das hat einen hohen Preis.

Deutschland importiert jedes Jahr 1,3 Millionen Tonnen Bananen. Die Banane ist nach dem Apfel das beliebtste Obst der Deutschen. In den Supermärkten gibt es sie im Sonderangebot, damit sollen Kunden in den Laden gelockt werden. Dabei werden die Bananen oftmals unter dem Einkaufspreis verkauft. Der Preisdruck wird an die Produzenten weitergegeben, mit weitreichenden Folgen für die Arbeiter auf den Bananen-Plantagen.

Gefahr für die Gesundheit

Denn für unsere Banane, werden in den Plantagen in Süd- und Mittelamerika massenhaft giftige Pestizide eingesetzt. Sind doch die Pflanzen in den Monokulturen vielen Schädlingen und Krankheiten ausgeliefert. Die Pestizide sind stark gesundheitsschädlich: Krebs und Unfruchtbarkeit sind nur zwei der möglichen Folgen. Viele der Arbeiter leiden bis heute unter den Auswirkungen der Pestizide. Betroffene kämpfen deshalb seit Jahren um Entschädigungen, meistens erfolglos, weil sich die großen Vertriebe dagegen wehren.

„Humanitäre Hilfe“

Der US-Konzern Dole Food Company zahlt nun 1.700 ehemaligen Mitarbeitern in Nicaragua „humanitäre Hilfe“. Sie sind in den 1970ern durch die Pestitzide Nemagon und Fumazone vergiftet worden. Beide Stoffe waren in den USA schon damals verboten. Der Begriff „Entschädigung“ wird von Dole bewusst vermieden, denn das käme einem Schuldeingeständnis gleich. Trotzdem ist dies ein Teilerfolg, denn zuvor hatten US-Gerichte Klagen gegen den Konzern abgewiesen. Dole einigt sich lieber außergerichtlich. Wer Geld bekommt, verzichtet auf jedliche weitere Ansprüche.

Fünf Prozent fair

Dabei ginge es auch anders. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen setzen sich für faire Löhne und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern ein. Das FairTrade-Siegel soll das garantieren. Doch die so gekennzeichneten Produkte sind teurer als die konventienelle Ware und meist entscheidet der Kunde nach dem Preis. Der Marktanteil fair gehandelter Bananen beträgt in Deutschland lediglich fünf Prozent.

Über die gesundheitlichen und sozialen Folgen des Bananen-Anbaus sowie darüber, worauf man beim Kauf als Verbraucher achten kann, hat detektor.fm-Moderatorin Jennifer Stange mit Claudia Brück von TransFair gesprochen. TrainsFair ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für fairen Handel einsetzt.

arbeitet beim Verein TransFair, der seit 20 Jahren das Fairtrade-Siegel vergibt.Es ist ein Armutszeugnis, dass Menschen darum kämpfen müssen, dass sie von ihrer Arbeit nicht existenziell bedroht und krank werden.Claudia Brückarbeitet für den Verein TransFair, der sich für fairen Handel einsetzt. 

Redaktion: Andreas Schmaltz