Bankenfusion von Deutscher Bank und Commerzbank

Die Kunden als Verlierer?

18.03.2019

Die beiden größten deutschen Privatbanken, die Deutsche Bank und die Commerzbank, reden offiziell über eine Fusion. Allerdings noch unter Vorbehalt. Doch welche Chancen und Risiken ergeben sich hierdurch?

Warum fusionieren?

Die Deutsche Bank und die Commerzbank reden über eine mögliche Fusion. Es sind vor allem politische Gründe, die für eine Bankenfusion sprechen – und weniger wirtschaftliche Erwägungen. Das Finanzministerium fordert eine wettbewerbsfähige Deutsche Bank. Also ein starkes Finanzinstitut anstelle zweier schwacher. Hierdurch könne man die Effizienz steigern und Kosten einsparen. Außerdem wäre eine fusionierte Bank systemischer, also näher am Staat.

Diese Garantie der Steuerzahler ist ein hoher Wert für die Auktionäre. Das ist natürlich ein Anreiz für die Bank, hohe Risiken einzugehen, da sie im Zweifel gerettet werden. – Hans-Peter Burghof, Finanzexperte

Risiken einer Bankenfusion

Was für die Bänker und Auktionäre Vorteile birgt, ist für alle anderen eher riskant. Denn gäbe es nur eine Bank, dann hätte sie viel mehr Handlungsfreiheit und der deutsche Staat wäre ihr im Zweifel ausgeliefert. Eine derartige Monopolstellung ergibt immer auch ein gewisses Erpressungspotenzial. Und der Wettbewerb zwischen den Banken wäre zunehmend gestört.

Die Folgen wären weniger Auswahl und schlechtere Konditionen für die Kunden. Außerdem würden zwischen 30 – 50 000 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Die Gewerkschaften schlagen deshalb bereits Alarm.

Das wird für viel Unfrieden in den Banken sorgen, da viele Menschen von dieser Fusion betroffen sind. Die müssen dann ihren Hut nehmen und gehen. – Hans-Peter Burghof

Über eine mögliche Fusion der beiden größten Privatbanken Deutschlands hat detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber mit Hans-Peter Burghof gesprochen. Er ist Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Uni Hohenheim.

BankenfusionIch halte eine Fusion zur Zeit für eher unwahrscheinlich.Hans-Peter Burghoflehrt Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim. 

Redaktion: Jonathan Deupmann