Reaktionen auf den Bankenstresstest

"Die EZB ist zum Steigbügelhalter der Politik geworden"

27.10.2014

Die meisten Banken haben beim Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) gut abgeschnitten. Die Reaktionen sind trotzdem gespalten: Erleichterung auf der einen und Skepsis auf der anderen Seite. Wieviel sagt der Stresstest wirklich aus?

Die Wirtschaftsleistung sinkt, Aktien- und Immobilienmärkte brechen ein, die Zinsen steigen. Es gibt kein frisches Geld für Banken mehr. Diesem Szenario mussten sich 130 europäische Banken stellen. Ein Jahr lang sind sie von der Europäischen Zentralbank im Bankenstresstest geprüft worden: Würden die Banken eine Wirtschaftskrise überstehen?

Deutsche Banken scheinen sicher

Außer der Münchner Hypothekenbank haben alle deutschen Banken den Bankenstresstest bestanden. Der Test gilt als wichtiger Schritt, um die Bankenkrise zu beenden. Viele Finanzexperten hoffen, dass nun das Vertrauen in die Finanzmärkte zurückkehrt. Hohe Erwartungen. Der Bankenstresstest ruft aber auch Kritiker auf den Plan.

Wie real ist der Bankenstresstest wirklich?

Welche genauen Szenarien bei einem solchen Test durchgespielt werden, entscheidet die EZB. Kritiker meinen, dass in dem Bankenstresstest auch ein Deflationsszenario hätte vorkommen müssen. Eine Deflation gilt momentan für einige Beobachter als wahrscheinlichstes Krisenszenario.

Hans-Peter Burghof ist Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim. Wir haben mit ihm über die Validität des Tests und die Rolle der Europäischen Zentralbank gesprochen.

Prof. Dr. Hans-Peter Burghof / Lehrstuhl für Bankwirtschaft und FinanzdienstleistungenDas Testergebnis ist zunächst einmal für die EZB sehr sinnvoll.Hans-Peter Burghofist Inhaber des Lehrstuhls für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim