Bau-Boom in Katar: weiter schlechte Bedingungen für Gastarbeiter

18.11.2013

Zwangsarbeit, unanständige Bezahlung, konfiszierte Pässe. Die Ausbeutung der Gastarbeiter für große Bauprojekte scheint in Katar schon fast zur Normalität geworden zu sein. Das gilt nicht nur für die Baustellen der WM-Stadien.

Baukräne sind in den Straßen von Katar kein seltener Anblick. Foto: Larry Johnson / flickr.com

von der Forschungsgruppe »Naher/Mittlerer Osten und Afrika«Guido Steinbergvon der Forschungsgruppe »Naher/Mittlerer Osten und Afrika« 

Für die Fußball Weltmeisterschaft 2022 muss in Katar noch viel gebaut werden. Auch deshalb steht der vom Öl reich gewordene Wüstenstaat am persischen Golf in der Kritik. Auf der Halbinsel wird gebaut wie sonst nirgendwo auf der Welt. Für die schwere Arbeit auf den Baustellen werden sehr oft Arbeitskräfte aus dem Ausland engagiert. Faire Arbeitskonditionen haben die Gastarbeiter in Katar jedoch sehr selten.

Enttäuschendes Resultat

Amnesty International hat jetzt eine Bericht veröffentlicht, in welchem die Arbeitsbedingungen auf solchen Baustellen näher untersucht werden. Die Menschenrechtsorganisation übt deutliche Kritik am Umgang mit ausländischen Arbeitskräften, vor allem rund um die WM-Stadien, aber auch bei anderen Bauprojekten. „The Dark Side of Migration-Spotlight on Qatar’s Construction Sector ahead of the World Cup“ zeigt ein ernüchterndes Ergebnis.

Dabei ist Katar eigentlich ein reiches Land. Warum gerade dort menschenunwürdige Arbeitsbedingungen anscheinend schon zum Alltag gehören, darüber haben wir mit Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik gesprochen.

Gastarbeiter werden überall dort eingesetzt, wo Kataris nicht arbeiten und das betrifft eigentlich alle Sektoren. – Guido Steinberg, SWP