Berliner Republik: Der neueste Griechenland-Deal – Merkels Verdienst?

27.10.2011

50 ist die magische Zahl: In den neuesten Euro-Rettungsplänen wollen die Banken auf die Hälfte ihrer Forderung gegenüber Griechenland verzichten. Welche Rolle Angela Merkel in dieser Entwicklung zukommt, klären wir mit Alexander Görlach.

Bei einem Schuldenschnitt von 50 Prozent kann selbst Bundeskanzlerin Merkel zufrieden lächeln. Foto: Michael Gottschalk / ddp.

In den frühen Morgenstunden verkündeten die Euro-Staaten die Ergebnisse ihres sechstägigen Gipfelmarathons. Griechenland kann vorerst aufatmen. Denn die Banken verzichten auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber dem Pleiteland – in Zahlen bedeutet das 100 Milliarden Euro Verlust. Diese Zugeständnisse sind aber nicht ganz ohne: immerhin mussten die Euro-Länder öffentliche Garantien in Höhe von 30 Milliarden in die Waagschale legen, um den Banken den Schuldenschnitt schmackhaft zu machen.

Herausgeber und Chefredakteur von «The European»Alexander GörlachHerausgeber und Chefredakteur von «The European» 

Im Vorfeld hatte der Bundestag einer möglichen Erweiterung des Euro-Rettungsschirms grünes Licht erteilt. Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich gestern sichtlich zufrieden über die Rückendeckung des Parlaments und fuhr gestärkt zum Gipfel. Schon spricht man über ihren „Triumph“ in Brüssel.

Ob man die Rettungsmaßnahmen tatsächlich als Merkelschen Erfolg feiern kann, fragen wir Alexander Görlach, Chefredakteur des Magazin „The European“. Er erklärt, wieso Merkel in aller Stille triumphiert und wie vorhersehbar auch die neuesten Entwicklungen waren.

Alexander Görlach über Merkels stillen Triumph in der Eurokrise

+++Berliner Republik ist eine Kooperation mit The European – dem Meinungs- und Debattenmagazin+++