“Bibel der Psychologen”: Regelwerk für Diagnosen erhält Überarbeitung

21.05.2013

Alle psychischen Krankheiten sind in einem Buch aufgelistet: Dem DSM. Was dort nicht erfasst ist, kann nicht diagnostiziert werden - und folglich nur schwer behandelt. Das Regelwerk erhielt nun seine fünfte Überarbeitung. Aber die Neuerungen sorgen für Diskussionen.

ist Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité.Andreas Heinzist Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité. 

Der „Diagnosekatalog für psychische Störungen“ gilt als die Bibel der Psychologen. In San Francisco wurde jetzt von der „American Psychtric Association“ die fünfte Ausgabe des DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) vorgestellt.

Übersicht psychischer Krankheiten

Der Katalog erläutert alle Arten psychologischer Krankheitsbilder: Esstörung, Depression, ADHS und viele mehr.

In Deutschland verschlüsseln Ärzte ihre Diagnosen nach dem sogenannte ICD-10-Regelwerk. Und das wiederum ist stark vom amerikanischen Regelwerk beeinflusst.

Unsicherheit bei Experten

Viele Mediziner und Wissenschaftler sind nun beunruhigt, da alte Diagnosen wegfallen und neue hinzukommen. Manche Experten befürchten gar einen Anstieg von Diagnosen. Ist die Überarbeitung des Diagnosekatalogs also wirklich notwendig und sinnvoll?

Andreas Heinz, Leiter der Klinik für Psychatrie und Psychotherapie der Charité Berlin, erklärt den Inhalt des neuen Regelwerks.

Die Idee: zwei Diagnosen fallen weg und eine neue kommt dazu. Das Problem: Man banalisiert die Krankheiten. – (Andreas Heinz, Charité Berlin)