Börseneinsturz weltweit: “Nur der dritte Akt der großen Finanzkrise”

19.08.2011

Stehen wir wirklich kurz vor einer weltweiten Rezession? Oder sind die Kurseinbrüche an den Börsen nur Ausdruck der großen Verunsicherung der Anleger? Eine Zwischen-Analyse der Börsen-Talfahrten...

Am vergangenen Donnerstag färbten sich fast alle wichtigen Aktienindizes tiefrot. Waren Auslöser der Talfahrt die schwach ausgefallenen Konjunkturdaten der USA? / Foto: © Angela Parszyk/Pixelio

ist Volkswirt und Präsident des rwi Rheinisch-Westfälischen Instituts für WirtschaftsforschungProf. Dr. Christoph M. Schmidtist Volkswirt und Präsident des rwi Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung 

Es scheint der befürchtete Schwarze Freitag zu werden. Der Dax ist heute Morgen auf ein neues Jahrestief gerutscht. Händler verkaufen in einer Art blinder Verkaufswut ihre Wertpapiere.

Im Grunde ist ein stetiges Auf und Ab an der Wertpapierbörse nichts Neues. Allerdings gibt es für immense Kursschwankungen meist einen triftigen Grund – beispielsweise eine Klimakatastrophe, Terroranschläge oder eine WIrtschaftsnachricht wie vor zwei Wochen, als die Ratingagentur Standard and Poor’s die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft hat. Doch dieser Tage zeichnet sich ein chaotischer Einbruch ab, ohne ein spezifisches Ereignis im Vorfeld, das den Kursrutsch erklären könnte.

Was also hat die Talfahrt an den Börsen ausgelöst? Und ist sie tatsächlich ein Indikator für eine drohende Weltrezession? Diese Fragen haben wir dem Volkswirt Christoph Schmidt im Interview gestellt. Der Top-Ökonom ist einer der fünf Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung beraten, und Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung.