Das brand eins Magazin zum Hören | Schwerpunkt „Mut“

"Wie mutig man ist, weiß man immer erst nachher"

02.04.2017

Wer als Hotelbetreiber gegen die großen Buchungsportale im Netz aufbegehren will, braucht ihn. Wer in Kalifornien Cannabis verkauft, auch. Ebenso, wer sich entscheidet, den Strafvollzug so umzukrempeln, dass die Gefängnisse leerstehen. Und wer sich für das traditionelle Selbstbild der Russen interessiert, kommt auch nicht an ihm vorbei: Wir reden eine Stunde lang über Mut.

„Wie mutig man ist, weiß man immer erst nachher“. So hat es der Philosoph und Schriftsteller einmal gesagt und das werden auch die Menschen wissen, über die wir hier im neuen „brand eins Magazin zum Hören“ sprechen.

Gehe nicht ins Gefängnis. Gehe direkt über Los.

Wer nicht hören will, muss fühlen. Altes Sprichwort. Und wenn’s richtig hart kommt, heißt das: Wer es partout nicht lernen will, der geht in den Knast. Haftstrafe. In den Niederlanden war das natürlich auch so. War!

Denn die Niederlande sind dabei, ihre Gefängnisse überflüssig zu machen. Sie stehen schlicht leer. Der Grund: Bei unseren Nachbarn hat man den Strafvollzug deutlich umgebaut.

Wie das aussieht und warum deswegen immer weniger Menschen ins Gefängnis kommen, hat Johannes Böhme recherchiert.

Bares ist Wahres: Cannabis-Händler in Kalifornien

Wenn man mit Drogen handelt, dann muss man Mut haben. Scheint recht logisch. In Kalifornien aber, da bedeutet das ein bisschen was anderes, als hier bei uns.

Dort ist Cannabis legal erhältlich. Also gibt es auch Händler, die das legal verkaufen. Doch die leben ein ziemlich eigenartiges Berufs-Leben. Denn wenngleich die Landesgesetze den Handel erlauben: die Bundesgesetze tun das nicht.

Und noch ganz andere Gefahr droht: dann nämlich, wenn sich aus Versehen rumgesprochen haben sollte, wo der Händler sein Lager hat.

Das hat Steffan Heuer rausgefunden, der für brand eins aus den USA berichtet.

Das brand eins Magazin gibt’s auch als Podcast.

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Der Mut im Selbstbild Russlands

Er jagt Bären. Er reitet mit freiem Oberkörper. Er taucht, fliegt, kämpft. Wladimir Putin inszeniert sich als starker Führer Russlands. Als mutig.

Dabei ist das mit dem Mut im Alltag der Russen so eine Sache. Denn will man sich auch als mutige Nation sehen, hört der Mut im Alltag der Russen doch oft recht schnell auf.

Noch nicht einmal Zahnbürsten der Stufe „hart“ seien in Drogerien selbstverständlich, schreibt Stefan Scholl, der für brand eins aus Russland berichtet.

Viele kleine Davide gegen wenige Goliaths

Natürlich muss man nicht erst in die Niederlande, die USA oder nach Russland schauen, um Mut zu finden: den gibt es auch hier zuhauf. Zum Beispiel in Regensburg. Dort betreibt Kathrin Fuchshuber ein Hotel. Und hat etwas gemacht, das in den Augen vieler durchaus mutig ist: Sie hat sich mit den großen Buchungsportalen im Netz angelegt.

Denn die Vormachtstellung von HRS, booking.com, Trivago & Co und die damit einhergehenden hohen Provisionen wollte Kathrin Fuchshuber nicht länger hinnehmen. Nun könnte es den Portalen herzlich egal sein, wenn ein Hotel nicht mehr mitmacht. Fuchshuber aber hat etwas geschafft, das auch für die großen unangenehm werden kann: Sie hat ein paar Dutzend ihrer Mitbewerber dazu bekommen mitzumachen.

Kurzerhand haben die Hoteliers ein eigenes Buchungsportal nur für Regensburg aufgesetzt. Mehr als die Hälfte der Regensburger Hotels macht schon mit, darunter alle Altstadthotels. „Die Altstadt gehört uns“, erklärt Kathrin Fuchshuber stolz in der aktuellen brand eins. Und mit uns hat sie über ihre Idee gesprochen.


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