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Philipp von der Wippel, Pressefoto. Quelle: ProjectTogether
Bild: Philipp von der Wippel | Foto: Samuel Groesch

brand eins-Podcast | Philipp von der Wippel

Der Vermittler

Für seinen Job braucht Philipp von der Wippel viel Geduld. Denn mit seinem gemeinnützigen Unternehmen „ProjectTogether“ bringt er oft ungleiche Partner zusammen: zum Beispiel einen großen Plastikhersteller und ein Start-up, das Plastik-Alternativen herstellt. Nur gemeinsam, sagt er, könne es echte Veränderung geben.

Mit 16 Jahren macht Philipp von der Wippel ein Austauschjahr in England und startet ein Projekt, das ihn bis zum damaligen Premierminister David Cameron bringt. Damals, 2012, Jahre bevor man hierzulande viel über Syrien gesprochen hat, trifft von der Wippel in seiner Schule in Lancaster den syrischen Jungen Ebrahim. Gemeinsam organisieren sie Skype-Konferenzen zu anderen syrischen Kindern, die sich mitten im Kriegsgebiet befinden. Die Aktion wird ein großer Erfolg und endet mit einem Termin in der Downing Street. Nach dieser Erfahrung, so sagt von der Wippel, sei ihm klar gewesen, dass er diesen Weg weitergehen möchte. Noch als Schüler gründet er daraufhin „ProjectTogether„.

Vorankommen durch Verbündete

Das gemeinnützige Unternehmen hat den Anspruch, durch Kooperation gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Beispielsweise durch Initiativen sehr ungleicher Partner. Unter von der Wippels Moderation haben beispielsweise die Röchling-Stiftung und die Firma Soulbottles zusammengefunden. Die Röchling-Gruppe stellt hochwertiges Plastik her, Soulbottles plastikfreie Trinkflaschen.

Wenn es um die Wirkung geht, muss man mit allen Akteuren zusammenarbeiten. Und die, die den größten Hebel zur Veränderung haben, sind oft die, die aktuell noch zum Problem beitragen.

Philipp von der Wippel, ProjectTogether

Gemeinsam haben die beiden Unternehmen am Ende die Initiative „Act on Plastic“ ins Leben gerufen und verschiedenste Projekte weltweit gefördert. So soll langfristig das Plastikmüll-Problem eingedämmt werden.

Testen, testen, testen

Dass mit solchen Projekten die Welt nicht gerettet wird, weiß auch von der Wippel. Ihm geht es darum, Partner zusammenzubringen, die sonst vielleicht nicht miteinander reden würden. Und Testballons steigen zu lassen, die eventuellen Skeptikern zeigen: Es geht, wenn man will.

Viele Menschen haben Angst, dass Alternativen schlechter sind als der Status quo. Und wir verstehen es als unsere Aufgabe, im Kleinen zu testen, um zu zeigen, wie etwas im Großen aussehen kann.

Philipp von der Wippel, ProjectTogether

Über „ProjectTogether“, seine eigenen Privilegien und die Herangehensweise an globale Probleme hat Philipp von der Wippel im brand eins Podcast mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert gesprochen.