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Bild: dotshock | shutterstock.com

brand eins-Podcast | Unternehmertum

Mehr als Reichtum im Sinn

Ganz anders als in den USA oder Israel haben Unternehmer und Unternehmerinnen in Deutschland keinen guten Ruf – und einzelne Fälle scheinen das alte Bild der Raffgier immer wieder zu bestätigen. Dabei kann Unternehmertum auch sozial sein.

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„Nach dem Katzenjammer ist vor dem Aufbruch“, schreibt brand eins-Chefredakteurin Gabriele Fischer im Editorial der neuen brand eins. Denn unternehmerisch zu denken, bedeutet eben auch in Krisenzeiten: Angebote zu machen und damit Probleme zu lösen. Vom Wurst-Imperium zum Sozialunternehmen zeigen wir in diesem Podcast Beispiele für die Vielseitigkeit von Unternehmertum.

Sonderfall Unternehmertum?

Politik und Verwaltung verstünden das Konzept der Selbstständigkeit noch immer kaum, sagt Catharina Bruns. Die Unternehmerin und Vorsitzende der Kontist-Stiftung setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wählen.

Selbstständigkeit muss selbstverständlich werden und gleichberechtigt neben dem Modell der Festanstellung stehen.

Catharina Bruns

Viele Unternehmer und Unternehmerinnen haben in der aktuellen Corona-Krise zudem das Problem, dass die staatlichen Hilfen sie nicht erreichen. Angestellte dagegen sind durch soziale Sicherungssysteme und indirekt durch das Kurzarbeitergeld deutlich besser abgesichert. Laut Bruns zeige das, dass Selbstständigkeit in Deutschland noch immer als Sonderfall gesehen werde. Wie sie sich einen besseren Umgang mit der Selbstständigkeit in Deutschland vorstellt, erzählt sie im Podcast.

„Godfather of Worscht“

Einer, der sich schon durch viele Krisen gearbeitet hat, ist Lars Obendorfer. Mitte der 90er Jahre hat er den Frankfurter Imbiss „Snack Point“ von seinen Eltern übernommen. Mit Anfang 20 hatte er plötzlich hohe Kosten und eine noch größere Verantwortung zu tragen. Heute macht er einen zweistelligen Millionenumsatz und baut seine Marke „Best Worscht in Town“ nach und nach zu einer großen Currywurst-Kette aus. Trotz des Erfolgs wollte er nie den schnellen Exit.

Ein Investor kann reinkommen und dann sagen: Ich hab keinen Bock mehr auf dich. Und dann verkauft der das Unternehmen an jemanden, den ich nicht mag. Davor hätte ich eine Riesenangst.

Lars Obendorfer, Gründer und Geschäftsführer von „Best Worscht in Town“

Bild: BWIT Franchise GmbH

 Soziale Probleme unternehmerisch anpacken

Neue Perspektiven im Bereich Unternehmertum zeigen seit einigen Jahren verstärkt auch sogenannte Sozialunternehmen auf. „Discovering Hands“ beispielsweise bildet Frauen mit Sehbehinderung dazu aus, Brustkrebs zu ertasten. So würden besondere Fähigkeiten von Menschen, die sonst oft als bedürftig betrachtet werden, gewürdigt – und gleichzeitig ein gesellschaftliches Problem unternehmerisch gelöst, sagt Laura Haverkamp vom Netzwerk Ashoka Deutschland. Im Podcast spricht sie über die Potenziale und Grenzen von Sozialunternehmertum.

Über den Schwerpunkt „Unternehmertum“ und das neue brand eins Magazin spricht detektor.fm-Moderator Christian Bollert außerdem mit brand eins-Redakteur Mischa Täubner.