Bundesbank: Sind offene Forderungen über hunderte Milliarden Euro in Gefahr?

28.02.2012

Über unvorstellbare Geldmengen zu reden, ist seit der Finanzkrise nichts ungewöhnliches mehr. Dass die Deutsche Bundesbank knapp 500 Milliarden Euro offene Forderungen in ihrer Bilanz stehen hat, ist trotzdem alarmierend - finden die Experten vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung.

Die Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. © dapd/Mario Vedder

ist Koordinator der Forschungsgruppe «Monetäre Makroökonomie» am ifo Institut.Timo Wollmershäuserist Koordinator der Forschungsgruppe «Monetäre Makroökonomie» am ifo Institut. 

Der fragliche Posten über 498 Milliarden Euro in der Bilanz der Bundesbank bezieht sich auf offene Forderungen an andere europäische Notenbanken. Sie entstehen bei Zahlungsvorgängen, wenn deutsche Firmen mit Kunden in Krisenstaaten Geschäfte machen.

Wissenschaftler vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München sind schon vor mehr als einem Jahr stutzig geworden, als sie die Zahlen entdeckt haben. Denn wenn etwa Griechenland oder ein anderer Krisenstaat aus der EU ausscheidet, könnte die Bank auf einem Teil der Forderungen sitzenbleiben – und das wäre nach Ansicht der Experten eine Katastrophe.

Wie genau die hohen offenen Forderungen entstehen und worin die Gefahr besteht, das hat uns Timo Wollmershäuser vom ifo Institut erklärt. Er hat die Bundesbank-Bilanz genau untersucht und das Risiko analysiert.

Bundesbank: Ifo Institut sorgt sich um milliardenschwere Forderungen in der Bundesbank-Bilanz