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Aus Müll kann man auch etwas Kreatives machen. Wie zum Beispiel eine Burg aus PET-Flaschen. Foto: Petrecycling CC BY-SA 2.0 | Martin Abegglen / flickr.com

China stoppt Müll-Import

Wohin mit unserem Müll?

Jahrelang war China der weltweit größte Importeur von Abfall. Damit sei jetzt Schluss, wie die Regierung in Peking zum Jahresende verkündet hat. Bleiben wir auf unserem Müll sitzen?

Containerschiffe voll Müll

Über 30 Jahre hat China Müll aus aller Welt importiert. Vergangenes Jahr sind 70 Prozent des Müllexports der EU in China und Hongkong gelandet. Allein Deutschland hat 2017 über 800.000 Tonnen Kunststoffabfälle nach China verschifft. Das ist fast die Hälfte der insgesamt angefallenen Menge. Das Geschäft sei für beide Seiten lukrativ gewesen, erklärt Thomas Probst vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse).

China hat schon sehr frühzeitig erkannt, dass die Fraktionen an Abfallstoffen die es aus Deutschland, aus Europa oder auch weltweit generieren kann relativ einfach und preiswert zu Rohstoffen aufbereitet werden können, die dann wieder in die Produktionsprozesse zurückgeführt werden. Thomas Probst, bvse

2018 soll damit Schluss sein

Zum Jahresende hat die Regierung in Peking der Welthandelsorganisation mitgeteilt, dass bald über 24 Sorten Müll nicht mehr eingeführt werden. Darunter Elektroschrott, Altpapier und Plastikmüll. Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits produziert China inzwischen selbst genug Abfälle. Andererseits steigt in China das Bewusstsein für die Umwelt: Giftstoffe im importierten Abfall belasten die Umwelt zu stark. Doch wohin mit dem Müll aus Deutschland?

Auswirkungen

Der überschüssige Müll könnte stattdessen in den Rest Europas oder in sogenannte Tigerstaaten wie Indien exportiert werden. Ein Teil wird jedoch in Deutschland bleiben. Das sei auch eine Chance, betont Thomas Probst.

Es geht aus unserer Sicht überhaupt nicht an, dass wir die Entsorgungssicherheit auslagern. Wir haben hier ein großes Netz an Kunststoffrecyclern aufgebaut und Kunststoffrecycling betrieben. Die Betriebe hatten eigentlich immer zu wenig gute Rohstoffe bekommen. Wir würden diese Recyclingstrukturen gerne weiter ausbauen. Thomas Probst

Bisher war das in Deutschland leider oft zu teuer. Warum Deutschland seinen Müll solange exportiert hat und inwiefern der überschüssige Müll auch eine Chance für Deutschland ist, erzählt Thomas Probst vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser im Interview.

Thomas Probst - vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und EntsorgungFoto: bvse
Aus unserer Sicht ist es durchaus sinnvoll oder auch verpflichtend, den Müll und die Abfallstoffe, die hier anfallen, entsprechend wieder aufzubereiten, hier, in Deutschland.Thomas Probst
China stoppt Müllimport 07:29

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