Vom Verhältnis zum Geld – Warum uns Bargeld Sicherheit gibt

02.10.2013

Bargeld benutzen: das kostet jeden Deutschen 200 Euro pro Jahr. Kleine Münzen sind in der Herstellung sogar teurer, als ihr Wert. Doch die Deutschen lieben das Bargeld und können nur schwer darauf verzichten. Obwohl historisch geprägt: Müssen wir uns vom Bargeld verabschieden?

ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Mannheim und Autor des Buches «Gott - Geld - Medien».Jochen Hörischist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Mannheim und Autor des Buches «Gott - Geld - Medien». 

Die Deutschen gelten als sehr sparsam, doch beim Bargeld sieht das anders aus. Kein anderes Land legt so viel Wert darauf, Münzen und Scheine dabei zu haben, wie wir.

Im Schnitt trägt jeder Deutsche 103 Euro mit sich herum. Dabei gäbe es Zinsen, wenn das Geld statt in unseren Taschen auf der Bank liegen würde.

Wer den Pfennig nicht ehrt…

Das Verhältnis zu Geld wird seit Jahrtausenden vom Anfassen geprägt. Man hat etwas in der Hand – das fühlt sich sicherer an, als eine Summe auf der Bank.

Nun aber hat eine Studie herausgefunden, dass diese gefühlte Sicherheit jeden Deutschen 200 Euro pro Jahr kostet.

Warum wir uns dennoch nicht davon lösen könnten, und warum wir zum Anhäufen von Bargeld neigen, das haben wir mit Jochen Hörisch von der Uni Mannheim diskutiert.