Das wird heute wichtig: Der Automobilsalon in Genf und der Wiedeking-Prozess – mit der WirtschaftsWoche

Zwei Reden statt Show-Feuerwerk

03.03.2016

Eines der größten Treffen der Autobranche startet heute in Genf: der Automobilsalon. Statt dem üblichen Brimborium riecht man am VW-Stand immer noch den faulen Geruch des Abgasskandals, sagt unser Kollege von der WirtschaftsWoche.

Der Automobilsalon schaltet einen Gang runter

Der Automobilsalon in Genf öffnet am Donnerstag seine Türen für die breite Öffentlichkeit. In der Vergangenheit tat er es immer mit viel Pomp. Heute sieht die Autosalon-Stimmung zumindest bei VW deutlich gedämpfter aus.

Es war ein echtes Show-Feuerwerk immer. In diesem Jahr: es gab keine Show, sondern nur zwei Reden. – Martin Seiwert, WirtschaftsWoche

Der Schatten des Abgas-Manipulations-Skandals schwebt über der Messe. Aber es werden auch Neuheiten präsentiert: Extremsportler-Luxuskarossen wie der neue Bugatti Chiron einerseits, der Hyundai Ioniq, ein Elektroauto mit 250 Kilometer-Reichweite andererseits.

Der zweite Auto-Skandal: Wie im Casino

Vergangene Woche sah es noch so aus, als sei der Prozess kurz vor dem Ende. In der Verhandlung gegen den Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedekind hatte der Staatsanwalt sein Plädoyer bereits gesprochen. Und seine Worte haben Eindruck gemacht. Der Richter eröffnete erneut die Beweisaufnahme und das Verfahren läuft nun wieder.

Wiedeking und seinem Finanzvorstand Holger Härter wird vorgeworfen, die Kurse der VW-Aktie so sehr zum Schwanken gebracht zu haben, dass Hedgefonds an diesen Aufs und Abs viel Geld verloren. Eine solche Manipulation des Markts, so die Staatsanwaltschaft, sei Teil der Strategie beim Übernahmeversuch des VW-Konzerns durch Porsche gewesen. Ob das so ist, erfahren wir wohl am 18. März – dann wird das Urteil erwartet.

Über den Porsche-Prozess und die Autosalon-Stimmung hat Martin Seiwert von der WirtschaftsWoche mit detektor.fm-Moderator Thibaud Schemser gesprochen.

martin-seiwert_wirtschaftswocheSie müssen ja jetzt noch über Monate, eher über Jahre diesen Skandal irgendwie aushalten und bewältigen. Dann ist es eigentlich sehr gut, eine Vorwärtsstrategie zu haben.Martin SeiwertRedakteur bei der WirtschaftsWoche