Debatte über den amerikanischen Leitzins

Leitzins hoch oder runter - Die Stellschraube der Zentralbanken

17.09.2015

Nach jahrelangem Tiefstand denkt die amerikanische Zentralbank über eine Leitzinserhöhung nach. Das hätte nicht nur einen enormen Effekt auf die USA, sondern auf Weltwirtschaft insgesamt. Doch was genau ist der Leitzins überhaupt und warum ist er für Wirtschaft und Aktienmärkte so wichtig?

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Die letzte Leitzinserhöhung der amerikanische Zentralbank (Federal Reserve System – kurz:  Fed) ist schon einige Jahre her. Seit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 steht er bei fast Null Prozent, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Niedrige Zinsen befördern die Wirtschaftskraft, Unternehmen und Menschen geben Geld aus. In solchen Zeiten lohnt sich Sparen nicht. Eine Erhöhung würde damit eine Kehrtwende der aktuellen Niedrigzinspolitik bedeuten. Denn auch die Europäische Zentralbank, EZB, fährt eine Politik der niedrigen Zinsen. Dies hängt vor allem mit der Frage zusammen, wie stark und stabil die Zentralbanken ihre Wirtschaften einschätzen.

Was ist der Leitzins?

Der Leitzins gilt als eines der zentralen finanzpolitischen Mittel, die Zentralbanken zur Verfügung stehen. Über ihn kann der Geldzustrom in die Wirtschaft kontrolliert werden. Niedrige Leitzinsen bedeuten dabei einen erhöhten Geldfluss zwischen den Banken, den diese wiederum an Unternehmen oder auch Einzelpersonen weitergeben können.

Umgekehrt beschränkt ein hoher Leitzins diesen Geldfluss und macht das Sparen für Anleger attraktiver. Doch der Leitzins hat auch Einfluss auf den Wert einer Währung. Dies ist vor allem beim US-Dollar ein entscheidender Faktor.

Aber was macht dieser ominöse Leitzins überhaupt? Philipp König vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erklärt es im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Conny Müller.

Philipp KönigDie Zentralbank möchte ein Überhitzen der Volkswirtschaft vermeiden durch zu niedrige Zinsen. Sie möchte aber auch eine Depression vermeiden, durch zu hohe Zinsen.Philipp Könighält eine Leitzinserhöhung der amerikanischen Zentralbank für wahrscheinlich. Foto: DIW Berlin 

Redaktion: Natalie Schorr & Rebekka Haubold