Der Bioterrorist

08.04.2010

Ein Karpfen versetzt in den USA den obersten Gerichtshof, das Weiße Haus und die Streitkräfte in Aufruhr. Er bedroht nicht nur heimische Arten, sondern inzwischen die gesamte Fischereiwirtschaft.

Karpfen können durchaus zahm werden. © Rommelsbacher / pixelio

Was könnte wohl die USA in Angst und Schrecken versetzen? Ein russischer Kampfbomber? Chinas neue Wirtschaftsmacht? Enthüllungen aus den Geheimdiensten?

Vielleicht all das. Aber was momentan das ganze Land in Schrecken versetzt, sieht viel harmloser aus: es ist ein Karpfen. Genauer gesagt: der asiatische Karpfen. Mit dem beschäftigen sich jetzt schon der Oberste Gerichtshof, das Weiße Haus, die Armee. Er bedroht die gesamte Artenvielfalt in den großen Seen rund um den Mississippi, die heimische Fischereiwirtschaft – und auch Leib und Leben der Flussbewohner. Die leicht schreckhaften Fische springen häufig unkontrolliert bis zu zwei Meter hoch aus dem Wasser, wenn Boote vorbei fahren – bei einem Gewicht von bis zu 45kg sorgten sie schon für erhebliche Verletzungen bei Bootspassagiere. Dabei fing alles ganz harmlos an: in den 70ern importiert, sollte der Karpfen eigentlich in Fischfarmen die Algen eindämmen. Doch dann kam das Hochwasser und spülte ihn in ein Ökosystem, in das er nicht gehörte. Er bedroht inzwischen Welche Züge die Angst vor dem asiatischen Karpfen inzwischen angenommen hat, und welche Gefahren wirklich drohen, darüber haben wir mit dem USA-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Moritz Koch, gesprochen.