Design |Designers‘ Open Spezial

Nachhaltige Gestaltung: Nachwachsend und wiederverwertbar

21.10.2013

In dieser Woche beschäftigen wir uns bei detektor.fm mit dem Thema "Design". Denn an diesem Wochenende (25. bis 27. Oktober 2013) finden in Leipzig die Designers' Open statt. Heute stellen wir zwei Aussteller vor, die sich auf nachhaltige Ideen spezialisiert haben: Die Designerin Rachel Kollerup aus Kopenhagen sowie die Macher von "Die Fabrik" aus Leipzig.

Tencel ist eine aus Cellulose bestehende Faser aus nachwachsenden Rohstoffen. Foto: © sand_and_sky / Flickr

+++ detektor.fm ist Medienpartner der Designers‘ Open – in dieser Woche beschäftigen wir uns deshalb mit dem Thema Design +++


Design – das ist zwar ein Schlagwort, das jeder kennt, aber nur wenige können es wirklich erklären. Dinge sollen nicht nur funktionieren, sondern auch schön sein. Ist dieser Spagat die Aufgabe von Designern? Große Computerfirmen vermarkten Design seit Jahren als Qualitätsmerkmal.

An diesem Donnerstag beginnen in Leipzig die Designers‘ Open. Erstmals findet die Design-Messe auf dem Gelände der Leipziger Messe statt. Bisher hat die Messe mit zuletzt mehr als 10.000 Besuchern immer an verschiedenen Orten in Leipzig stattgefunden.

Christian Bollert berichtet über zwei Unternehmen, die sich und ihre Produkte in diesem Jahr auf der Messe präsentieren. Eine davon ist die dänische Designerin Rachel Kollerup, die bei der Herstellung ihrer Kleidung vor allen Dingen auf Nachhaltigkeit achtet. Nicht anders ist das bei Stefan Hölldobler und Wolf Otto von Die Fabrik, die aus Abfällen neue Gegenstände kreiieren.

ist eine dänische Designerin und setzt auf Nachhaltigkeit.Ich mache Sachen, die besonders lange halten. Wer ein schwarzes Kleid von mir kauft, der kann es sehr lange und zu verschiedenen Anlässen tragen.Rachel Kollerupist eine dänische Designerin und setzt auf Nachhaltigkeit. 

 


+++ Der Beitrag zum Nachlesen +++

Rachel Kollerup lebt und arbeitet in Kopenhagen. In diesen Tagen bereitet sie sich jedoch auf ihren Auftritt bei den Designers Open vor. Die Modemacherin aus Dänemark konzentriert sich auf nachhaltige Mode:

„Ich mache Sachen, die besonders lange halten. Wer ein schwarzes Kleid von mir kauft, der kann es sehr lange und zu verschiedenen Anlässen tragen.“ – Rachel Kollerup

Bei der Produktion achtet Kollerup auf nachhaltige Textilien und Herstellungsmethoden. So benutzt sie, wie viele skandinavische Designer, besonders gern Wolle als Material. Aber auch der neue nachhaltige Stoff „Tencel“, der aus Holz gewonnen wird, hat es ihr angetan.

„Tencel ist ein neuer Stoff aus Österreich. Dort gibt es einen Hersteller, der Lenzing heißt, der dieses Material herstellt, dass aus meiner Sicht das nachhaltigste Material momentan ist. In Leipzig werde ich ein weißes Sommerkleid aus Tencel vorstellen.“ – Rachel Kollerup

Umweltfreundliche Kleidung ist eine Herzensangelegenheit für Rachel Kollerup.

„Ich wähle meine Materialien sehr bewusst in Europa aus. Ich weiß, dass die Stoffe sehr energiesparend hergestellt werden und wenn ich meine Sachen präsentiere, ist mir der Umweltaspekt genauso wichtig. Denn wenn man die Sachen kauft, schont man die Umwelt.“ – Rachel  Kollerup

Auf die Designers Open ist die Modemacherin aus Kopenhagen durch die deutsch-dänische Handelskammer aufmerksam geworden. Sie erhofft sich neue Kunden und Aufmerksamkeit für ihre Idee von nachhaltiger Mode. Fast schon ein Stammgast auf der Messe ist Stefan Hölldobler. Er betreibt zusammen mit Kollegen die Fabrik im Leipziger Westen. Dort entwirft das Fünfer-Team neue Produkte. Auch die Fabrik hat sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Sie verwenden Abfälle anderer Hersteller und entwickeln daraus neue Gegenstände. Stefan Hölldobler:

„Wir werden oft gefragt, ob wir jetzt einfach so wild durch den Schrottplatz wandern und dann Sachen sammeln und die zusammenkleben. Uns geht es ums Material, um die Optik, die daraus entsteht, wenn man es wiederverwertet und um die Funktion. Das alles sind ja Produkte, nicht nur für die Lust an der Sache an sich, sondern es muss ja einen Sinn erfüllen. Wir versuchen das mit Material mit der eigentlichen Ästhetik immer zu koppeln.“ – Stefan Hölldobler

Hölldoblers Mitfabrikant Wolf Otto ist wie Hölldobler aus Würzburg nach Leipzig gezogen. Ihn fasziniert der Versuch aus alten Materialien und Resten neue Dinge zu erschaffen. Aber vor allem ist es eine Idee, die ihn begeistert:

„Die Idee zu versuchen, an einem Ort von der Idee bis zum Produkt alles unter einem Dach zu organisieren und das ist auch die Herausforderung, die ich sehe für uns und die mich so gereizt haben, hierher zu kommen.“ – Wolf Otto