G20-Gipfel und die deutsche Präsidentschaft

Macht und Relevanz?

17.03.2017

Am Wochenende findet das G20-Treffen der Finanzminister und Zentralbank-Gouverneure in Baden-Baden statt. Seit Dezember 2016 hat Deutschland die G20-Präsidentschaft inne. Doch ist das wirklich eine Machtposition?

Die Großen 20

Seit 1999 besteht der informelle Zusammenschluss der G20. Er besteht aus den 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer und der Europäischen Union. Mitglieder sind unter anderem Argentinien, Türkei, Indien und Saudi-Arabien. Bei den Treffen der G20 wird über wirtschaftliche- und finanzpolitische Maßnahmen abgestimmt.

G20-Präsidentschaft mit Relevanz?

Seit dem 30. November 2016 hat Deutschland die G20-Präsidentschaft inne. Im Rahmen dessen stellt Deutschland jedoch etwa nicht nur die Austragungsorte der Veranstaltungen zur Verfügung. Die Präsidentschaft ermöglicht auch, aktuelle Geschehnisse zu kommentieren und aktiv auf die Agenta der jeweiligen Veranstaltung einzuwirken.

Deutschland ist in einem internationalen Forum in einer sehr wichtigen, führenden Rolle in diesem Jahr. – Axel Berger, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik

In diesem Jahr hat Deutschland seine Päsidentschaft mit dem Motto „Eine vernetzte Welt gestalten“ verknüpft. Dabei soll nicht nur die Weltwirtschaft wieder stabilisiert, sondern auch die internationale Zusammenarbeit weiter gefördert werden.

Begleitet wird die deutsche Präsidentschaft von zwei Wirtschaftsinstituten: dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel und das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) aus Bonn. Sie übernehmen die Leitung der „Think20„. Dabei handelt es sich um eine Politikberatung, die ThinkTanks aus den G20-Staaten unter sich versammelt und organisiert.

Als Besonderheit in diesem Jahr gilt die politische Entwicklung. Zum einen steht in Frankreich im April die Präsidentschaftswahl an. Zum anderen ist die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump Gegner einer gemeinsamen Finanzpolitik.

Der Gipfel in Hamburg

Dennoch hat Trump zugesagt, zu dem wichtigen G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg zu kommen. Bei dem Treffen sind einige Veranstaltungen geplant, die sich mit dem kritischen Zustand der Welt und den sozialen Ungleichheiten auseinandersetzen wollen.

In Vorbereitung auf den großen Gipfel findet vom 17. bis 19. März das Treffen der G20-Finanzminister und -Zentralbankgouverneure in Baden-Baden statt. Zum ersten Mal werden hier die Vertreter der amerikanischen Regierung wirtschaftlich und finanzpolitisch aussagefähig sein.

Schwerpunkt soll vor allem die Steuerpolitik sein, weiß Axel Berger vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am DIE und Teil von „Think20“. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt erklärt er, ob an diesem Wochenende und auf dem kommenden G20-Gipfel unterschiedliche Themen angesprochen werden.

Berger_110715_002_aGenerell gilt, dass jeder G20-Gipfel von besonderen Ereignissen überschattet wird. In der Regel kann eine Präsidentschaft die vorher festgesetzten Themen nicht alle abarbeiten.Dr. Axel Bergerleitet die G20 Policy Research Group am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und ist Ko-Vorsitzender der Task Force zu Handel und Investitionen der Think20, einem Netzwerk von Think Tanks aus den G20-Ländern.  

Redaktion: Conny Poltersdorf