Die Firma Tesla Motors gibt alle Patente frei

Innovation bei Elektroautos durch freie Patente?

16.06.2014

Die Firma Tesla Motors ist der Meinung, dass die großen Automobilfirmen zu wenig in Forschung und Entwicklung von Elektroautos investieren. Um diese Forschung voranzubringen, hat Tesla Motors alle eigenen Patente freigegeben.

Elon Musk, Geschäftsführer von Tesla Motors, glaubt, dass die ganze Welt von offenen Technologien profitieren kann.

Foto: Elon Musk Taking Questions von jurvetson /Flickr/CC BY 2.0

Patente sind wichtig für den industriellen Fortschritt. Seit hunderten von Jahren lassen sich Firmen ihre Erfindungen und Entwicklungen patentieren. Doch die kleine Automobilfirma Tesla Motors ist der Meinung, dass diese Zeit vorbei ist. Sie hat alle ihre Patente freigegeben. Jeder „mit guten Absichten“ darf die Patente benutzen. Tesla Motors verspricht, niemanden zu verklagen.

Ein Patent ist ein Lotterieticket zu einem Rechtsstreit. – Elon Musk, Geschäftsführer Tesla Motors

Dem Geschäftsführer von Tesla Motors, Elon Musk, liegt offenbar viel an der Erforschung von Elektroantrieben bei Autos. Seit über zehn Jahren entwickelt die Firma elektrische Sportwagen und Limousinen. Mit eigenen Patenten wollte sich Tesla Motors gegen große Konkurrenzfirmen schützen. Diese Konkurrenzfirmen würden allerdings kaum bis gar nicht an Elektroautos forschen, so Geschäftsführer Musk. Deshalb hat Tesla Motors alle Patente als Open Source freigegeben.

Dass Tesla Motors jetzt eine Zeitenwende eingeläutet hat, glaubt Patentanwältin Carmen Tesch-Biedermann nicht. Insbesondere im Hinblick auf aufstrebende Firmen in Asien ist Tesch-Biedermann überzeugt, dass Patente in Zukunft noch wichtiger werden:

Für die allermeisten Firmen hier in Deutschland sind Patente nach wie vor ein sehr wichtiges strategisches Wettbewerbsinstrument. – Carmen Tesch-Biedermann, Patentanwältin

Über die Fragen, ob Patente überhaupt noch zeitgemäß sind, warum Tesla seine Patente freigegeben hat und ob dadurch bald mehr Elektroautos auf die Straßen kommen, haben wir mit unserem Kollegen Sebastian Riehm gesprochen: