Diskussion um den Euro spaltet die deutsche Wirtschaft

29.06.2011

Weitere Finanzhilfen für Griechenland - das Thema spaltet auch die deutsche Wirtschaft. Großkonzerne wollen am Euro festhalten, deutsche Mittelständler nicht unbedingt - aber wieso?

“Europa braucht den Euro und deshalb wäre es gut, wenn Griechenland aus dem Euro aussteigt”, sagt Finanzexperte Wolfgang Gerke. © Benjamin Klack/ pixelio.de

lehrte Bank- und Börsenwesen bevor er 2006 Präsident des »Bayerischen Finanz Zentrums« wurde.Professor Wolfgang Gerke lehrte Bank- und Börsenwesen bevor er 2006 Präsident des »Bayerischen Finanz Zentrums« wurde. 

Wie Griechenland am besten aus der Krise geholfen werden kann, darüber streiten deutsche Finanz- und Wirtschaftsexperten zurzeit mit größter Leidenschaft. 100 deutsche Familienunternehmen haben vergangene Woche in einem offenen Brief an alle Bundestagsabgeordnete vor weiteren Milliardenhilfen warnen. Darin kritisieren sie die europäische Hilfen für Griechenland und fordern sprechen sich gegen den geplanten dauerhaften Euro-Rettungsschirm aus. In ihrem Aufruf drängen sie auf eine Änderung der Verträge der Währungsunion. Der Austritt und Ausschluss überschuldeter Staaten müsse möglich werden.

Völlig zurecht wird hier angemahnt, dass sich die deutsche Politik nicht wieder über den Tisch ziehen lässt

Das meint Professor Wolfgang Gerke, Präsident des Bayrischen Finanz-Zentrums hierzu.

Ganz anders sehen das deutsche und französische Topmanager. Namhafte Groß-Konzerne wie Daimler, Telekom und die Post wollen gemeinsam eine große Pro-Euro-Anzeigenkampagne starten. Die börsennotierten Unternehmen werben für den Erhalt des Euro und setzen sich für die bisherige Politik der Euro-Rettung ein.

 

Welche Vorteile bringt den Großkonzernen ein starker Euro? Und was bringt es Mittelständlern, wenn man die Griechen einfach in den Staatsbankrott entlässt?

Darüber haben wir mit Wolfgang Gerke gesprochen.

Warum halten Großkonzerne am Euro fest - Mittelständler aber nicht?