Drogen machen Konjunktur: Schmuggel und Drogenhandel im BIP

25.03.2014

Drogenhandel kurbelt die Konjunktur an - das ist jetzt offiziell. Denn nach einer neuen EU-Richtlinie zählen die Umsätze mit Haschisch und Kokain künftig zum Brutto-Inlands-Produkt. Zugleich werden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung neu verbucht: Panzer und Raketen gelten künftig als Investitionen.

Handel mit Rauschgift und Tabak ist ein Milliardengeschäft. In Zukunft wird die wirtschaftliche Leistung von Drogendealern ins BIP einfließen. Foto: ukhomeoffice | flickr.com | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Das Statistische Bundesamt wird künftig Drogenhandel und Tabakschmuggel ins deutsche Brutto-Inlands-Produkt (BIP) aufnehmen. Teile der sogenannten Schattenwirtschaft, beispielsweise die Prostitution, zählen schon seit mehr als einem Jahrzehnt zum BIP. Auch die Schwarzarbeit rechnet das Statistischen Bundesamts mit  ein.

sagt, dass man Zahlen zu Drogenhandel und Zigarettenschmuggel nur schwer erheben kann.Jens Boysen-Hogrefesagt, dass man Zahlen zu Drogenhandel und Zigarettenschmuggel nur schwer erheben kann. 

Auch Panzer und Raketen zählen nun zum BIP

Ab kommenden Jahr werden also die Umsätze aus Drogenhandel und Zigarettenschmuggel die Wirtschaftsleistung weiter erhöhen. Auch für die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gibt es eine Neuerung: Bislang galten sie als Vorleistungen, die von der Wertschöpfung abzuziehen sind. Künftig gelten sie als Investition und steigern damit das BIP. Das gilt auch für Panzer oder Raketen, „ungeachtet ihres destruktiven Potenzials“, wie das Statistische Amt der EU – Eurostat – feststellt.

Um drei Prozent könnte das BIP nach den EU-Vorgaben ansteigen

Drei Prozent höher könnte das BIP künftig nach den EU-Vorgaben ausfallen, rechnet das Statistische Bundesamt vor. Seit jeher zählt das BIP als Indikator für den Wohlstand eines Volkes. Aber verfälschen diese Neuerungen nicht den Wert? Und inwiefern profitiert der Staat von dieser Umstellung? Das haben wir Jens Boysen-Hogrefe gefragt. Er ist Wirtschaftsexperte und Konjunkturforscher am Institut für Weltwirtschaft in Kiel.