Dumping-Preise bei Solarzellen: EU verhängt Strafzölle gegen China

05.06.2013

Subventionierte Solarzellen aus China überschwemmen den europäischen Markt – die europäische Solarindustrie kann bei den Dumping-Preisen kaum mithalten. Schützen die Strafzölle vor der chinesischen Konkurrenz?

war vorher Chefkorrespondent der Financial Times Deutschland in FrankfurtReinhard Hönighauswar vorher Chefkorrespondent der Financial Times Deutschland in Frankfurt  

Die europäische Solarindustrie beklagt sich schon länger: Zu groß sei die Konkurrenz aus China, zu billig die angebotenen Waren. Die chinesische Industrie wird von der Regierung stark subventioniert. So können die Solarmodule besonders günstig verkauft werden.

Europäische Firmen können bei den Preisen nicht mithalten – und müssen teilweise Insolvenz anmelden. Ab dem 06. Juni 2013 werden nun Strafzölle auf die Solarprodukte aus Fernost erhoben. Bis Ende des Jahres sollen die Zölle sukzessive angehoben werden – bis zu 47% Abgaben werden dann fällig.

Erst letzte Woche hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch des chinesischen Premiers Li in Berlin gegen die Strafzölle ausgesprochen.

China reagiert promt: Es laufen Ermittlungen, ob künftig auch Abgaben auf europäische Waren, beispielsweise Wein, erhoben werden sollen.

Reinhard Hönighaus erklärt, welche Auswirkungen die Entscheidung der EU-Kommission hat. Er ist der Pressesprecher der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.