E-Commerce | Bekommt PayPal Konkurrenz?

Online bezahlen: Banken wollen gemeinsam "Pay Direkt" starten

27.03.2015

Eine der häufigsten Zahlmethoden im Internet ist PayPal. Das amerikanische Online-Verfahren ist bei Händlern wie Einkäufern beliebt. Nun soll es Konkurrenz bekommen. Die deutschen Banken planen ein eigenes Bezahlsystem für den Internethandel: "Pay Direkt". Wie dessen Chancen stehen und warum die Sparkassen bisher nicht mitmachen wollen.

Die neue Jeans oder das Geburtstagsgeschenk für Mutti sind häufig nur noch einen Mausklick entfernt. Denn anstatt in die Innenstadt, zieht es immer mehr Deutsche ins Internet zum Shoppen. Allein 2012 haben in Deutschland rund 43 Millionen Menschen im World Wide Web eingekauft. Tendenz steigend.

Neben Kreditkartenzahlungen und Lastschriftverfahren ist im Netz eine der beliebtesten Bezahlmethoden PayPal. Das Online-Verfahren aus den USA gilt dabei als besonders schnell, unkompliziert und sicher. Nun soll es Konkurrenz bekommen. Denn die deutschen Banken planen Ende des Jahres ein eigenes Online-Bezahlsystem auf den Markt zu bringen: „Pay Direkt“.

PayPal vs. „Pay Direkt“

Seit mehr als zehn Jahren können deutsche Onlineshopper ihre Einkäufe mithilfe von PayPal bezahlen. Hierfür benötigen sie lediglich ein PayPal-Konto, auf dem ihre Daten hinterlegt sind. Die Anmeldung ist kostenlos. Das Geld wird über die Kreditkarte oder per Lastschriftverfahren abgebucht. Nach Medienberichten soll auch das von den deutschen Banken geplante Verfahren „Pay Direkt“ nach diesem Prinzip funktionieren. Das Geld wird jedoch direkt von der eigenen Hausbank über das Girokonto abgebucht.

Bis auf diesen einen Unterschied soll sich „Pay Direkt“ nicht von PayPal zu unterscheiden. Doch überzeugt sind dennoch nicht alle: manche Experten meinen, das kommende Online-Bezahlsystem der Banken und Sparkassen hinke schon jetzt PayPal um Jahre hinterher.

Ernstzunehmende Konkurrenz?

Deutschlands Banken sind nicht die Einzigen, die auf dem Finanzmarkt des Onlinehandels mitmischen wollen. Auch Unternehmen wie Apple, Facebook oder Google planen eigene Bezahlsysteme. Und auch über GoogleMail und den Facebook Messenger soll man nun Geld verschicken können.

Ob sich „Pay Direkt“ gegen den bisherigen Marktführer PayPal durchsetzen kann, muss sich also erst noch zeigen. Doch nicht nur die Kunden und Onlinehändler müssen von dem neuen System überzeugt werden, auch die Mitstreiter selbst. Während die privaten und genossenschaftlichen Banken „Pay Direkt“ voranbringen wollen, zögern laut Handelsblatt die Sparkassen, ihre endgültige Zustimmung zu geben. Streitpunkt sei die Verteilung der Kosten für das Online-Bezahlsystem.

Über die Einführung von „Pay Direkt“ und die Frage, welche Chancen die deutsche Variante von PayPal hat auf dem Markt zu bestehen,darüber hat detektor.fm-Moderatorin Marie-Kristin Kaiser mit Jochen Siegert gesprochen. Er leitet die Finanztechnologie-Firma Finleap.

Jochen Siegert - Chef FinleapSelbst wenn die Sparkassen dabei sind, würde ich ein paar Fragezeichen hinter den Erfolg von "Pay Direkt " machen, weil es einfach nur eine Kopie von PayPal ist. Es ist sogar eine Kopie von einem PayPal-Status von vor zwei, drei, vier Jahren.Jochen Siegertist Chef der Finanztechnolgie-Firma Finleap. 

Redaktion: Marie-Kristin Landes


+++ Hinweis der Redaktion: Leider konnten wir das Telefoninterview nur via Handy führen. Deshalb bitten wir für die schlechte Tonqualität der Aufzeichnung um Entschuldigung. +++