Energiewende: Drohen im Winter Strom-Blackouts?

07.12.2011

Diesen Winter droht der erste Härtetest seit Beginn der Energiewende. Falls es zu extremen Wetterlagen kommt, könnte die Gefahr von Stromausfällen steigen. Grund ist, dass in Sachen Ökostrom-Förderung einiges falsch läuft, sagen Wissenschaftler.

2022 wird das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Bis dahin sollte die Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien sichergestellt sein. Foto: © Timm Schamberger/ dapd

Heiligabend – draußen ist es bitterkalt, aber im Haus erstrahlt die festliche Beleuchtung. So stellen wir uns das idealerweise vor. Doch in diesem Jahr könnte ein unerwarteter Stromausfall die weihnachtliche Stimmung sehr schnell vertreiben. Einen ähnlichen Fall hatten wir bereits 2005 im Münsterland, als aufgrund extremer Wetterlagen für mehrere Tage der Strom ausfiel.

Leiter des Bereiches Umwelt und Ressourcen am RWI.Manuel FrondelLeiter des Bereiches Umwelt und Ressourcen am RWI. 

Eine ähnliche Gefahr besteht auch jetzt wieder, diesmal wegen der Energiewende. Der in diesem Jahr beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft und der Umstieg auf erneuerbare Energien könnte zu Stromengpässen führen, sagen Wissenschaftler des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Um das zu vermeiden, müsse die Energiewende anders angepackt werden. Zum Beispiel müsse die Förderung von Ökostrom – gesetzlich geregelt im „Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien“ – überdacht werden.

Was falsch läuft und wo es Änderungen bedarf, haben wir Manuel Frondel gefragt. Er ist Leiter des Bereiches Umwelt und Ressourcen am RWI.