Erdgas als Brückenenergie – die Schattenseite der Energiewende?

15.04.2011

Erdgaskraftwerke sollen uns den Strom liefern, bis das Netz für die Erneuerbaren Energien bereit ist. Doch welche Probleme und Risiken sind damit verbunden?

Erdgasförderanlage bei Großkneten (Niedersachsen). / © Christian Eckhardt (GNU/CC/Wikipedia)

ist Leiter der Forschungseinheit >Marine Geosysteme< am IFM-GEOMAR in Kiel.Prof. Klaus Wallmannist Leiter der Forschungseinheit >Marine Geosysteme< am IFM-GEOMAR in Kiel. 

Erleichterung macht sich breit in den Reihen der Atomgegner: auf der heutigen Pressekonferenz zum Klimagipfel im Bundeskanzleramt gab Angela Merkel bekannt, dass sich alle 16 Ministerpräsidenten auf einen Ausstieg aus der Atomenergie geeinigt hatten. Im Umkehrschluss heißt das dann auch keine Laufzeitverlängerung für die deutschen AKWs. Bereits Mitte Juni soll dann auch das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom Bundesrat beschlossen werden, um die Energiewende weiter voranzutreiben.

Dass die Energiewende der einzige richtige Weg ist, bestätigte auch Greenpeace, die eine Studie vorlegten, nach der ein Atomausstieg bereits 2015 möglich sein soll. In dieser Studie wird der Einsatz von Erdgaskraftwerken als Brückentechnologie vorausgesetzt: 15 deutsche Erdgaskraftwerke befinden sich bereits in Planung oder im Bau, vier weitere könnten demnächst dazu kommen.

Aber: Selbst wenn man die Energiewende begrüßt, also weg von der Atomkraft und hin zu Erneuerbaren Energien möchte – man muss sich fragen, ob der Einsatz von Erdgas nicht auch Nachteile hat. Darüber sprechen wir mit Prof. Klaus Wallmann, dem Leiter der Forschungseinheit „Marine Geosysteme“ am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel.