Erste Blogger kapitulieren vor dem neuen Leistungsschutzrecht

03.04.2013

Die ersten Blogs und Internetseiten machen dicht - aus Angst vor Abmahnungen wegen des neuen Leistungsschutzrechts. Wir haben darüber mit einem betroffenen Seitenbetreiber gesprochen: Tobias Berg vom "Nachrichtendienst für Historiker".

Am 1. März ist im Bundestag das Leistungsschutzrecht für Verlage verabschiedet worden. Foto: © Michael Gottschalk/dapd

Kaum ist das Leistungsschutzrecht für Presseverleger verabschiedet, kapitulieren die ersten Blogger: Der „Nachrichtendienst für Historiker“ stellt sein Angebot ganz ein und auch das Leipziger Blog „Heldenstadt“ hat einige Schritte angekündigt, um möglichen Abmahnungen zuvor zu kommen.

Gefahr von Abmahnungen

hat 17  Jahre lang die Webseite Nachrichtendienst für Historiker betrieben.Tobias Berghat 17 Jahre lang die Webseite Nachrichtendienst für Historiker betrieben. 

Die Angst vor Abmahnungen ist groß – denn durch das neue Gesetz können es Presseverlage verbieten, dass Suchmaschinen und andere Onlinedienste die Verlagsinhalte öffentlich nutzen – auch wenn sie eigentlich nur verlinkt werden.

Kurze Textausschnitte dürfen jedoch weiterhin verwendet werden. Wie lang ein solches „Snippet“ sein darf, ist im Gesetz allerdings nicht klar geregelt.

Erste Konsequenzen

Eine der ersten Internetseiten, die daraus jetzt Konsequenzen ziehen, ist der „Nachrichtendienst für Historiker“. Seit dem 1. März hat die Webseite ihren Betrieb vorläufig eingestellt. Mit dem Betreiber der Seite, Tobias Berg, haben wir über seine Reaktion auf das geänderte Leistungsschutzrecht gesprochen.

Ich kann es mir momentan einfach nicht leisten. Es ist mein privates Geld, das im Endeffekt draufgeht. Das heißt, viele Dienste in meiner Größenordnung werden wahrscheinlich aufhören müssen. – Tobias Berg, Nachrichtendienst für Historiker