EU-Politik falsch? Der Rechenfehler zweier Starökonomen sorgt für Wirbel

26.04.2013

Seit langem gelten Arbeiten von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart als Grundlage der europäischen Sparpolitik. Doch jetzt wurde bekannt, dass sich die Ökonomen verrechnet haben. Hat die EU auf das falsche Pferd gesetzt?

Die Arbeiten von Havard-Professor Kenneth Rogoff (Foto) und seiner Kollegin Carmen Reinhart sind fehlerhaft. Foto: © canada2020, flickr.com

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich darauf gestützt. Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und sogar der Ex-Chef der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet hat sie als Grundlage genommen, um Lösungen für die EU-Finanzkrise zu finden.

Es geht um die Arbeit der Star-Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff von der Harvard Universität. Sie haben in den letzten Jahren zwei bedeutende Werke veröffentlicht. In beiden wird erklärt, wie Staatsschuldenquote und Wirtschaftswachstum zusammenhängen.

Fehlerhafte Grundlage

Doch in dieser Woche ist ans Licht gekommen, dass in beiden Werken Fehler sind.

Was die beiden falsch gemacht haben, und was das für Europas Krisenpolitik bedeuten könnte, das haben wir Sebastian Gechert gefragt. Er arbeitet am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Die Staaten sparen der Krise hinterher und bringen sich dadurch noch immer tiefer in die Bredouille. – Sebastian Gechert (IMK)