Politökonom Roland Vaubel: Ausscheiden von Schuldenstaaten aus der Währungsunion begrüßenswert

15.11.2011

Mit dem Rettungsschirm haften gut wirtschaftende Euro-Länder für Schuldenstaaten wie Griechenland. Politökonom Roland Vaubel sieht dafür keinen Grund - und hält die europäische Gemeinschaftswährung für einen Fehler.

Neben Griechenland zählen auch Portugal, Spanien, Irland und Italien zu den angeschlagenen Euro-Staaten. Foto: © Thomas Lohnes/ddp

lehrt Politische Ökonomie und VWL in Mannheim.Roland Vaubellehrt Politische Ökonomie und VWL in Mannheim. 

Die beiden Sorgenkinder der europäischen Union, Griechenland und Italien, haben jeweils einen neuen Staatschef: Mario Monti und Lucas Papademos stammen beide aus der Wirtschaft. Als Experten sollen sie die beiden Länder vor dem Bankrott bewahren, die momentan wohl am schwersten von der Schuldenkrise betroffen sind. Europa hofft darauf, dass sie es schaffen, die Euro-Zone und die Finanzmärkte wieder zu stabilisieren.

Euro-Skeptiker dagegen bezweifeln, dass das überhaupt der richtige Weg ist. Warum muss man die Gemeinschaftswährung um jeden Preis retten?

Auch Roland Vaubel, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Mannheim, sieht die Bemühungen um eine Bürgschaft für Schuldenstaaten wie Griechenland kritisch und lehnt einen dauerhaften Rettungsschirm ab. Er  geht noch weiter und bezeichnet den Euro als einen Fehler, weshalb er auch ein Ausscheiden Deutschlands aus der Währungsunion für eine Option hält.

Wir haben hier ein krasses Fehlverhalten gehabt in einigen Ländern und es ist überhaupt nicht einzusehen, warum jetzt die Länder, die gut gewirtschaftet haben, für die Schulden dieser Länder bürgen sollen. – Roland Vaubel

Wie er zu diesem Urteil kommt, erläutert Roland Vaubel im Gespräch mit detektor.fm.