Europäischer Abwicklungsfond: Bankenrettung ohne Steuergelder?

03.03.2014

Europäische Banken sollen in Finanzkrisen zukünftig nicht mehr auf Steuergelder zurückgreifen. Dafür will die EU einen milliardenschweren Abwicklungsfond einrichten. Doch: Wer muss dort wie viel einzahlen?

Es ist ein wahres Tauziehen. Wie genau er aussehen soll, der Abwicklungsfonds für in Not geratene Banken, diese Frage spaltet EU-Parlament, EU-Kommission und die Finanzminister. Einig ist man sich nur über das Ziel: Die europäischen Bankinstitute sollen in Zukunft bei Rettungsaktionen selbst zahlen.

glaubt, dass das Bankensystem mit dem Abwicklungsfond insgesamt sicherer wird.Hans-Peter Burghofglaubt, dass das Bankensystem mit dem Abwicklungsfond insgesamt sicherer wird. 

In den kommenden zehn Jahren sollen deshalb 55 Milliarden Euro in einen gemeinsamen Rettungsfond eingezahlt werden. Die Frage ist nur: Welche Banken müssen wie viel abgeben?

Die Krise als Chance

Dem ursprünglichen Vorschlag, dass vor allem die großen Banken aufgrund ihres höheren Risikos zahlen sollen, folgt nun ein neuer Plan der EU-Finanzminister. Sie wollen die großen Institute eher entlasten und die kleinen Banken stärker zur Kasse bitten.

Ob dieser Vorschlag gerecht ist und was die deutschen Bankinstitute nun erwarten könnte, darüber haben wir mit Bankwirtschaftsprofessor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim gesprochen.

Hans-Peter Burghof über den europäischen Abwicklungsfond

Wir haben nicht nur den Umverteilungseffekt zwischen den Banken, wir haben auch einen Umverteilungseffekt zwischen den Ländern, und um so was wird natürlich heftig gestritten! Hans-Peter Burghof