Experimente an Menschen: Verlorene Studienergebnisse und verschwiegene Fehler

12.03.2014

Ist eine Studie ein Misserfolg, können die bis dahin gesammelten Daten für die Wissenschaft trotzdem von hohem Wert sein. Doch selbst bei Studien mit medizinischen Experimenten an Menschen gehen solche Daten häufig verloren. Warum eigentlich?

Wer sich für die Wissenschaft medizinischen Experimenten unterzieht, freut sich, wenn die so gewonnenen Daten nicht verloren gehen. Foto: David Mark | pixabay | Lizenz: CC0 1.0

Jede Art von Studienergebnis ist für die Wissenschaft interessant – auch negative. Erst recht, wenn es sich um unerwartete Nebenwirkungen eines Medikaments handelt.

Doch Studien werden noch immer nicht transparent dokumentiert, wissenschaftliche Misserfolge unter Umständen verschwiegen. Das bestätigt auch die heute beim Medizin-Fachmagazin Jama veröffentlichte Studie der Universität Basel.

wünscht sich, dass auch Daten missglückter Experimenten veröffentlicht werden.Benjamin Kasendawünscht sich, dass auch Daten missglückter Experimenten veröffentlicht werden. 

Ein Viertel der Studien werden abgebrochen

An 1.000 Studien mit Experimenten an Menschen, die von Ethik-Komitees in Deutschland, Kanada und der Schweiz zwischen den Jahren 2000 und 2003 genehmigt wurden, hat sich gezeigt: Ein Viertel musste vorzeitig abgebrochen werden. Und nur 38 Prozent der abgebrochenen Studien wurden der jeweiligen Ethik-Kommission gemeldet oder als Misserfolg veröffentlicht.

Woran liegt das? Und was bedeutet der Verlust der Daten für die Wissenschaft? Darüber haben wir mit  Benjamin Kasenda, dem ersten Autor der Studie, gesprochen.

Natürlich kommen manchmal Resultate raus, die einem nicht so ganz liegen. Wenn man eine Firma ist, die sehr viel in ein bestimmtes Medikament investiert hat, dann ist man vielleicht gar nicht interessiert daran, dass diese Daten veröffentlicht werden. – Benjamin Kasenda