Familienunternehmen: Wenn der Streit ausbricht

Blut ist dicker als Wasser - auch in der Wirtschaft?

18.06.2015

Volkswagen, Bahlsen, Haribo - in letzter Zeit sind die Nachrichten voller Streit. Streit zwischen Familienangehörigen, die ein Unternehmen leiten. Jeder, der sich einmal in der Familie gezofft hat, weiß: hier herrschen ganz besondere Bedingungen für einen Zwist. Wenn es dabei aber noch um Millionen und Milliarden geht, sind die Fronten schnell hart. Wie kann man solche Streitigkeiten lösen?

Zwischen Familie und Profit

Neben dem Mittelstand werden Familienunternehmen oft als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet. Doch immer öfter bestimmt der Streit zwischen den Familienangehörigen in einem Unternehmen die Schlagzeilen.

Familienunternehmen als emotionale Arena bilden einen ganz besonderen Kontext, auf dem sich heftige Gefühle entwickeln können. – Arist von Schlippe, akademischer Direktor an der Universität Witten-Herdecke

Streit in Familienunternehmen

Vom Volkswagenkonzern bis zu den Lebensmittelriesen Bahlsen oder Haribo haben die Unternehmer die Konflikte auch in der Öffentlichkeit ausgetragen. Der Streit zwischen Familienmitgliedern führt dabei in manchen Fällen sogar bis in die Spaltung des Unternehmens.

Trend oder Ausnahme?

Beobachten wir hier einen Trend? Was macht es, wenn der Streit auch in der Öffentlichkeit ausgetragen wird? Wie kann man ihn dann lösen? Und haben es Familienunternehmen hier leichter oder schwerer als andere? Arist von Schlippe beschäftigt sich mit solchen Fragen. Er ist akademischer Direktor des Instituts für Familienunternehmen an der Universität Witten-Herdecke und mit ihm hat detektor.fm-Moderatorin Teresa Nehm über die Streitkultur von Familienunternehmen gesprochen.

_MG_9617Ich denke, dass es in Familienunternehmen recht typisch ist, dass es gerade in Übergängen, das sind meistens die Nachfolgeprozesse, heftige Konflikte gibt.Arist von Schlippeleitet das Institut für Familienunternehmen der Universität Witten-Herdecke. © Foto: WIFU