Fernverkehr | FlixBus und MeinFernbus fusionieren

Neuer Gigant auf dem Fernbusmarkt

09.01.2015

Der Fernbusmarkt ist hart umkämpft. Wer bei den Kunden vorn dabei sein will, braucht viele Ziele, schnelle Verbindungen und vor allem günstige Preise. Nun fusionieren zwei der Schwergewichte der Branche: MeinFernbus und FlixBus sind Eins. Gemeinsam führen die Anbieter aus München und Berlin ein Monopol, dass den Fernbusmarkt verändern wird.

Für fünf Euro von Leipzig nach Berlin, für zehn mehr bis nach Hamburg – Fernbusse werben mit günstigen Preisen und schnellen Verbindung durch ganz Deutschland. Das Geschäft boomt, der Preisdruck unter den Anbietern ist enorm. Mit der Fusion von MeinFernbus und FlixBus kommt neue Bewegung in den wachsenden Markt. Die zwei Unternehmen bilden gemeinsam ein neues Monopol in der Fernbusbranche.

Auf der Strecke geblieben

Bereits seit zwei Jahren herrscht ein ständiger Kampf um Kunden unter den Fernbusantbietern. Nicht alle Unternehmen halten dem Druck stand. So stieg nach nur einem Jahr der ADAC mit seinem Postbus wieder aus dem Geschäft aus. Dem Anbieter DeinBus.de drohte die Insolvenz. Dass seine Fernbusse weiter fahren, verdankt man dort einem süddeutschen Investor.

Fusion zum Monopol

Mit der Fusion der größten deutschen Fernbusunternehmen wird es für Anbieter wie DeinBus noch schwerer werden, sich zu behaupten. MeinFernbus und FlixBus halten nun 75 Prozent der Marktanteile in ihren Händen. Gemeinsam wollen sie europaweit durchstarten. Ihre Teams aus Berlin und München sowie rund 160 mittelständische Partner sollen dabei helfen. Unterstützt werden MeinFernbus und FlixBus vom Investor General Atlantic.

Zukünftig wollen die Unternehmen ihre Fernbusse öfter, schneller und genauso günstig wie bisher anbieten. Eine klare Ansage an die Konkurrenz, die sich gegen den neuen Großanbieter wappnen muss. Schon jetzt fahren für MeinFernbus und FlixBus täglich rund 560 Fernbusse auf 178 verschiedenen Linien. In einem Jahr sollen es knapp 1000 sein.

Konkurrenz aus dem Ausland

Kampflos wollen die Konkurrenten MeinFernbus und FlixBus den Markt jedoch nicht überlassen. Der schottische Anbieter Megabus erwägt, sein Netz in Deutschland auszubauen. Das Tochterunternehmen des Verkehrskonzerns Stagecoach bietet bereits Linien zwischen Köln und Brüssel sowie von Stuttgart nach Frankfurt an. Mit seinen größeren Doppeldeckerbussen will es die Personalkosten niedrig halten und so günstigere Fahrten anbieten.

In welche Richtung sich der Fernbusmarkt entwickeln wird und welche Rolle die Fusion von MeinFernbus und FlixBus dabei spielt, darüber hat Moderator Holger Klein mit Martin Randelhoff gesprochen. Er schreibt in seinem Blog „Zukunft Mobilität“ über Verkehrsthemen.

portraet-martin-randelhoffIch finde Busse spitze.Martin Randelhoffkennt sich mit Bussen aus. Foto: privat 

Redaktion: Marie-Kristin Landes