Filesharing: Abmahn-Kanzlei versteigert offene Forderungen über 90 Millionen Euro

07.12.2011

Die Pornoindustrie verdient gutes Geld mit Abmahnungen an illegale Downloader. Verdienen möchte sie jetzt auch an Leuten, die sie selbst nicht zum Zahlen bringen konnte: Durch eine Versteigerung zehntausender offener Forderungen.

Anwaltskanzleien haben im Auftrag der Pornoindustrie zehntausende Abmahnungen verschickt. Doch längst nicht alle Empfänger haben gezahlt. © Thorben Wengert/pixelio.de

ist Anwalt und betreibt das renommierte «law blog»Udo Vetterist Anwalt und betreibt das renommierte «law blog» 

Filesharing in Internet-Tauschbörsen ist riskant: Nicht nur, weil man sich dabei Viren auf den Rechner holen kann. Vor allem, weil die getauschten Dateien urheberrechtlich geschützt sind – wer sich also Filme oder Musik runterlädt, muss mit einer Abmahnung rechnen. Es gibt längst Kanzleien, die sich auf das Geschäft mit solchen Abmahnungen spezialisiert haben. Die verschicken dann im Auftrag der Musik- oder Filmindustrie Briefe an Tauschbörsennutzer und fordern hunderte oder sogar tausende Euros von ihnen.

Doch längst nicht jeder Abgemahnte zahlt auch – deshalb bleibt die Industrie oft auf ihren Forderungen sitzen. Um welche riesigen Summen es dabei geht, zeigt die Abmahn-Kanzlei Urmann + Collegen in Regensburg. Die versteigert nämlich gerade offene Forderungen von insgesamt 90 Millionen Euro.

Wie das funktioniert, und ob das juristisch so ganz sauber ist, fragen wir Rechtsanwalt und Blogger Udo Vetter.