Finanzielle Repression: Die Lösung für den Schuldenabbau?

05.06.2012

Die Schuldenkrise nimmt kein Ende und ein wirksames Mittel zum Schuldenabbau ist noch lange nicht gefunden. Jetzt macht ein neues Zauberwort die Runde: finanzielle Repression.

2007 beginnt mit der Krise auf dem US-Immobilienmarkt das, was später zu einer weltweiten Finanzmarktkrise und auch zur Belastungsprobe für die Euro-Länder wird. Foto: © Steffi Loos/dapd.

Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität BayreuthBernhard HerzProfessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth 

Wenn die Schulden eines Staates mit Hilfe von Inflation abgebaut werden sollen, heißt das finanzielle Repression. Der Theorie zufolge kann dadurch in einem Jahrzehnt gut ein Drittel der Schulden verschwinden. Voraussetzung ist jedoch eine moderate Inflationsrate und niedrigere Zinsen in der Wirtschaft – sogenannte „negative Realzinsen“.

Wie eine finanzielle Repression genau aussieht und welche Effekte damit verbunden sind, das haben wir Bernhard Herz gefragt. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie Spezialist für Geldtheorie und Geldpolitik.

ie beschreibt einen Weg, durch Inflation Staatsschulden abzubauen. Bei einer moderaten Inflationsrate und niedrigen Zinsen verschwindet demnach in einem Jahrzehnt gut ein Drittel der Schulden, sagt die Theorie.