Fleischkennzeichnung bei Aldi und Co.

Transparenz im Kühlregal

25.07.2018

Immer mehr Supermärkte führen Labels zur Fleischkennzeichnung ein. Sie sollen über die Art der Tierhaltung Auskunft geben.

Fleischkennzeichnung in vier Stufen

Nach Lidl, Kaufland und Penny führen jetzt auch Aldi Nord und Süd ein Label zur Fleischkennzeichnung ein. Damit sollen vier unterschiedliche Stufen der Tierhaltung für den Kunden transparent gemacht werden. Der Kunde kann sich entscheiden zwischen gesetzlichem Standard, Stallhaltung Plus, Außenklima-Zonen oder Bioqualität.

Das ist natürlich ein Meilenstein. Denn wenn die Discounter das jetzt alle ähnlich machen, dann wird auch für den Verbraucher endlich mal ersichtlich, dass es Unterschiede gibt. – Martin Hofstetter, Greenpeace

Ambitionierte Discounter?

Die Einführung eines derartigen Labels geht über staatliche Anforderungen hinaus. Laut eigenen Aussagen wollen die Discounter damit den Tierschutz fördern und dem Wunsch der Kunden nach mehr Transparenz nachkommen. Doch Kritiker monieren, dass dahinter auch eine Marketing-Strategie steckt. Denn hochwertige Bio-Produkte verhelfen zwar zu einem besseren Image, der Großteil der Geschäfte wird aber nach wie vor mit konventionellen Produkten betrieben.

Zwar haben bereits einige der Supermärkte angekündigt, den Anteil von Fleisch der Stufe 2 in Zukunft zu erhöhen. Doch der Großteil der Tiere wird nach wie vor nach den gesetzlichen Mindeststandards gehalten.

Auch in Zukunft werden immernoch 80 Prozent der Tiere nach gesetzlichen Standards gehalten. Und da sind gigantische Defizite, da hilft auch dieses Label nicht mehr. Viele Menschen werden trotzdem weiter nach dem Preis einkaufen gehen. – Martin Hofstetter

Wie die Labels funktionieren und ob sich der Vorstoß auch auf das Tierwohl auswirken wird, hat detektor.fm-Moderator Christian Erll mit Martin Hofstetter besprochen. Er ist politischer Berater für Biodiversität und Landwirtschaft bei Greenpeace.

Martin HofstetterBei der Witterung jetzt brauchen die Tiere auch dringend Duschen, um sich abzukühlen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie die Schweine im Moment in den Mastställen leiden.Martin Hofstetterist politischer Berater für Biodiversität und Landwirtschaft bei Greenpeace. 

Redaktion: Berit Ström