Fortschritt | Licht ins Dunkel mit der richtigen Adventsbeleuchtung

03.12.2013

Weihnachtsbeleuchtung sorgt in der Adventszeit für das richtige Licht. Doch auf was sollte man achten und bedeutet ein große Beleuchtung auch immer gleich eine hohe Stromrechnung?

Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfilme, Weihnachtsschmuck oder auch ein  Weihnachtsspaziergang.

Alles schön und gut – aber ohne eine spezielle Zutat ist es nicht so wirklich gemütlich. Doch gemeint ist weder Glühwein, noch gebrannte Mandeln, sondern das richtige Licht.

Weihnachten macht man es sich gemütlich und dazu gehört Beleuchtung. Doch wenn die alt ist, falsch eingesetzt oder schlecht verkabelt, wird es entweder nicht schön, oder schnell teuer. Manchmal sogar gefährlich. Tipps, damit all das nicht passiert, gibt Marcus Engert.

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+++ Das Gespräch zum Mitlesen +++

Ich kenne einige Leute, die sagen: «Ich hab eine Kette. Die leuchtet noch, also gut ist!» Kann man das denn so machen?

Man kann schon, aber ob es so klug ist, ist eine andere Frage. Man sollte alte Glühbirnen wirklich ersetzen. Und zwar gegen Energiesparlampen oder LED-Ketten. Das spart nämlich nicht nur ein bisschen, sondern sogar 70% an Strombedarf. Klar, sind diese Lichter beim Kauf etwas teurer, doch Energiesparlampen halten etwa 10x so lang, LEDs sogar 100x so lang. Und sie verbrauchen nur ein Drittel – die Rechnung geht also schnell auf.

Und wie ist das mit der Stimmung und dem Stil? Darauf kommts ja an bei dem ganzen Weihnachtsschmuck?

Das gute bei Energiesparlampen ist, dass es die in verschiedenen Lichtfarben gibt: warmes Weiß oder eher tageslicht-bläulich. Es gibt auch verschiedene Formen: Birnen, Kerzen, Kugeln. Also, da kann man verschiedenen Situationen besser gerecht werden.

Und wer es besonders vielseitig mag, der kann auf sogenannte LED-Strips zugreifen. Das sind flache Streifen mit LED-Leuchtdioden drin. Und mit denen kann man eigentlich jede Situation bedienen: die sind total flexibel, biegbar, oft auch kürzbar, selbstklebend. Sie sind extrem einfach zu montieren, dank Steck-Bauweise. Und es gibt sie in verschiedenen Farben, und auch dimmbar – beides kann teilweise sogar per Fernbedienung gemacht werden. Also, da kann man jede Stimmung und jeden Raum mit bedienen – nicht nur zu Weihnachten.

Nun brennen da keine echten Kerzen mehr, aber das Thema Sicherheit steht ja nach wie vor im Mittelpunkt. Worauf sollte ich achten, wenn ich nichts kaufen will, was mir nach kurzer Zeit schon wegschmort?

Die erste Frage ist immer: Was steht auf der Packung? Oder besser: was nicht? Am besten keine Produkte ohne elektrische Daten auf der Packung kaufen. Gibt es eine Leistungsangabe? Warnhinweise? Deutsche Bedienungsanleitung?

 

Ob man die dann immer im Detail liest, ist gar nicht Frage. Es zeigt vielmehr, dass der Hersteller sich an die hießigen Vorschriften hält. Und: ein eventuelles Prüfsiegel ist auch nur dann vertrauenswürdig. Das können die Siegel „GS“, „VDE“ sein und auch welche vom TÜV.

 

Die zweite Frage ist dann natürlich der Aufbau: Einerseits die Kabel nirgendwo fest einklemmen oder quetschen. Andererseits: Vorsicht mit Dekorationen aus Papier, Stroh und Filz – die sollten weg von der Lichterkette. Genau so Lametta und Engelshaar: das darf keinesfalls mit Teilen in Kontakt kommen, die unter Spannung stehen. Da ist der Kurzschluß nicht weit.

Und wenn die Weihnachtszeit rum ist, was passiert dann am besten mit der ganzen Beleuchtung?

Das ist die dritte Frage. Beim Wieder-Einpacken sollte man sich schon ein bisschen Zeit nehmen. In Ruhe einpacken. Nicht stark knicken, oder in eine Tüte würgen. Am besten ist es, Lichterketten auf eine stabile Papprolle aufzurollen – dann gibt’s nämlich auch keinen Kabelsalat. Genau so gut geht übrigens Oma`s alte Spindel, mit der sie die Wäscheleine aufgewickelt hat.

Und beim Einpacken genau durchschauen: ist irgendwas kaputt? Eine Isolierung? Eine Lampe? Hier muss man sagen: mit jeder ausgefallenen Lampe erhöht sich die Leistung der noch verbleibenden. Die wird dann also immer wärmer. Sind also zu viele Lampen kaputt, droht das Ganze durchzubrennen. Wenn an so einer Kette also irgendwas kaputt ist: lieber eine neue kaufen.

 

Weil: ernsthaft reparieren kann man an den Dingern meistens nix.

Was ist denn, wenn Kinder in der Nähe sind? Ändert sich dann was?

Im Kinderzimmer am besten nur Weihnachtslichter mit Batterie nehmen. Die sind  dann eigentlich ungefährlich. Alternativ Weihnachtsbeleuchtung mit einem Trafo, wo die Ketten oder Schläuche nur 24 Volt haben. Und: so hoch und sicher aufhängen, dass das Kind sich darin nicht verheddern kann.

Und für den Einsatz draußen und im Freien?

Gilt all das Gesagte auch. Zusätzlich sollte man aber noch ein paar andere Dinge im Blick haben. Also: die Lichterketten sollten „spritzwassergeschützt“ sein – das zeigt ein Dreieck mit einem Tropfen drin – oder „regenwassergeschützt“ – das ist dann ein Quadrat mit Tropfen. Dann genau hinschauen, beim Kauf und auch beim Wieder-Auspacken in den kommenden Jahren: sind die Isolierungen intakt, und die Lampenfassungen auch? Und letztlich ist auch die Frage, wie sie installiert wurden. Hier ist besonders wichtig, dass der nächste Windstoß nicht alles umreißt.

Wenn der Trafo – also das Teil, von wo die Kette mit Strom versorgt wird – außerhalb des Hauses angeschlossen werden soll, muss er spritzwassergeschützt sein. Das machen folgende Kennzeichnungen deutlich: IP 44, IP 54 oder IP 64.

Thema Sicherheit haben wir. Kommen wir zum Geld. Wer leuchtet, braucht Strom. Und Strom kostet.

Genau so ist es, und wenn man nicht aufpasst, kommt schon was zusammen. Ein zehn Meter langer Lichtschlauch verbraucht in fünf Wochen schonmal so viel, wie ein sparsamer Kühlschrank im ganzen Jahr. Da kann man schon beim Kauf den ersten Fehler machen. Es gilt zwar bei Lichterketten: je länger die sind, desto mehr brauchen sie auch. Aber man kann da ja mal die übrigen Produkte im Regal vergleichen. Und dann schauen, wieviel Watt da so auf einen Meter Länge kommen, im Schnitt.

 

Bei Lampen muss auch immer ein EU-Energieetikett dabei sein. Da ist dann aufgedruckt, wie sparsam die Lampen arbeiten: vom Buchstaben A für top bis zum Buchstaben G für „geht so“. Dann muss die Beleuchtung ja auch nicht dauerbrennen. Wenn man schläft, hat man nix von. Und Zeitschaltuhren können helfen, das ganze auch recht komfortabel zu halten, mit dem Ein- und Ausschalten.

Und dann schauen wir hier im Fortschritt ja auch ganz gern in die Zukunft. Thema Weihnachtsbeleuchtung: sind wir da fertig, mit der Evolution – oder kommt noch was?

Da geht noch was. Also, zum einen sind Ketten mit Solarbetrieb schon im kommen. Die laden sich tagsüber also selbst auf. Dann kommen so nach und nach auch welche, die man mit dem Smartphone steuern kann, per App also Leuchtkraft, Farbe etc. verstellen.

 

Und der Nachfolger der LEDs, wenn man so will, sind OLED. Dort leuchtet organisches Material, keine Elektrik. Mit der Folge, dass die sehr sehr dünn sein können und extrem flexibel. Von Leucht-Tapeten wird da oft gesprochen. Vielleicht können wir also in ein paar Jahren ganze Wände unter Weihnachtsbeleuchtung legen.