Geldanlage Whisky – Eine dekadente Investition

Das flüssige Gold

11.03.2016

Immobilien und Aktien sind out. Der neueste Trend unter Anlegern: in Whisky investieren. Er ist eine sichere Geldanlage mit Wertsteigerungen und Zinsen, die alles schlagen. Whisky-Investmentfondsmanager kümmern sich um den richtigen Kauf zur richtigen Zeit. Doch es droht eine Gefahr für die Liebhaber.

Whisky – Wasser, das zum Leben reicht

Guter Whisky will Weile haben. Aus dem Gälischen „uisige beathe“ wurde das allseits bekannte „Wasser des Lebens“. In Shanghai ist er sogar zum Symbol eines dekadenten Lebensstils geworden. Dabei ist der Edelalkohol nicht nur stilvoller Abendbegleiter, sondern mittlerweile auch zum rentablen Lebensbegleiter avanciert.

Seit mittlerweile 20 Jahren boomt die Whisky-Branche. In Zeiten, in denen das Geld an Wert verliert und Zinsen kaum noch vorhanden sind, setzen Anleger wieder vermehrt auf Sachwerte. Und neben Immobilien, Gold und Rotwein wird auch das flüssige Gold aus dem Holzfass als Wertanlage immer beliebter. Der Griff zur Flasche lohnt sich daher nicht mehr nur wegen seiner geschmacklichen Qualität.

Der Geschmack des Geldes

Mit einem jährlichen Exportvolumen von 5,2 Milliarden Euro zählt Whisky in Großbritannien zum wichtigsten Exportgut im Bereich von Lebensmitteln und Getränken. Besonders seit der asiatische Markt sich für die wertvolle Flüssigkeit interessiert, wird der Preis für schottische Single Malts in neue Dimensionen getrieben. Beispielsweise gehört zum Portfolio des „Platinum Whisky Investment Fonds“ eine 60 Jahre alte Malt-Flasche, deren Wert auf 200.000 Dollar geschätzt wird.

Heute ist Whisky in erster Linie immer noch ein Genussmittel. Allerdings kann man die Spirituose nicht beliebig nachproduzieren, weil er über einen gewissen Zeitraum lagern muss. Und weil man die große Nachfrage nicht absehen konnte, sind die Preise gestiegen. – Tim Tünnermann, Whisky-Experte

Doch was Anleger und Großkonzerne freut, verärgert die Genießer. Besonders die wertvollen älteren Single Malts werden immer knapper. Die große Nachfrage kann von vielen Destillerien nicht mehr gestillt werden. Denn die Herstellung des Whiskys ist zwar nicht direkt teuer, aber zeitaufwendig.

Wie aus einem hochprozentigen Alkohol eine hochprozentige Anlage wird und welche Auswirkungen die große Nachfrage auf die eigentliche Bedeutung des Edelsprits hat, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Jennifer Stange mit Tim Tünnermann gesprochen. Er ist Geschäftsführer von Whisky Investments.

image1Whisky ist nicht als Geldanlage zu sehen, wie bei einer Bank. Der Kunde hat den Whisky dann wirklich physisch. Tim Tünnermannist Whisky-Experte – sowohl aus kulinarischer als auch geschäftlicher Sicht. 

Redaktion: Maren Schubart & Johanna Siegemund