Gen Y – Zickt da wirklich eine ganze Generation?

Die Diven betreten die Arbeitswelt

18.01.2016

Die "Generation Y" bereitet Arbeitgebern Kopfzerbrechen. Wie ist es, mit der Generation Y um eine Anstellung zu verhandeln? Und steht wirklich eine ganze Generation im Zeichen von Freiheit, Selbstverwirklichung und der unbedingten Suche nach sich selbst?

Die Generation Y ist erwachsen geworden – und damit reif für die Arbeitswelt. Die jüngere Arbeitnehmer-Generation hat Ansprüche – andere, noch ganz andere als die Generation X. Die Generation Y sucht nicht nach Boni und Jobsicherheit, sondern nach weniger Verantwortung und mehr Zeit für sich selbst.

Doch wie können sich Jobeinsteiger so etwas herausnehmen? Und ist das wirklich eine Haltung, die eine ganze Generation prägt?

Generation Y: „Work & Life“ statt „Nine to Five“?

Laut den Ergebnissen einer Deloitte-Umfrage wird die Fluktation in den Unternehmen ansteigen. Denn die Generation Y springt häufiger von einem Job zum nächsten: viele Gen-Y-Kinder wollen ihren Arbeitsplatz in den nächsten zwei Jahren wechseln. Die Angst vorm Fachkräftemangel erleichtert den Gutqualifizierten den Arbeitsplatzwechsel noch. Wer die Wahl hat, hat auch weniger Qual mit dem eigenen Arbeitsplatz, sondern sucht sich schnell einen neuen.

Ich glaube schon, dass der Fließbandmitarbeiter von den gleichen Dingen träumt wie ein Kreativmitarbeiter in der Agentur. Die Frage ist, ob Arbeitgeber ihm die Möglichkeit bieten, das umzusetzen. Oder, und das ist ja kennzeichnend für die Gen Y, dass er sich das einfach nimmt. – Oliver Maassen, Personalberater

Auf Augenhöhe mit den „Arbeitsdiven“

Die Generation Y übernimmt Verantwortung, aber nicht um jeden Preis. Es geht um Augenhöhe, denn die junge Generation Arbeitnehmer stellt sich gegen die alten Denkweisen und hinterfragt, ganz im Zeichen ihres Namens: Why? Warum?

In manchen Branchen ist das stärker ausgeprägt als in Anderen, denn nur Teile dieser Generation können sich den Luxus von Ansprüchen an den Arbeitsplatz leisten.

Doch die Tendenz scheint klar: Es geht um ausreichend Sicherheit und Unterstützung, welche Unternehmen den 20- bis 35-Jährigen bieten müssen, um sie dauerhaft zu binden. Wer sich auf die Vorstellungen der jungen Arbeitnehmer einlässt, kann mit ihnen auch erfolgreich arbeiten. Wer nicht, muss sich daran gewöhnen, deutlich öfter Stellen neu zu besetzen, als früher – ob das nun gefällt, oder nicht.

Doch wie nimmt die Arbeitgeberwelt die neue Generation wahr? Darüber hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit dem Personalberater Oliver Maassen gesprochen.

Oliver_Maassen_pawlik.deJedes Unternehmen wird sich im Generationenzyklus auf neue Themen einstellen müssen. Und das gilt bei der Generation Y ganz besonders. (...) Verantwortung will die junge Generation übernehmen. Sie will nur nicht den Preis bezahlen, den bisherige Generationen dafür bezahlt haben.Oliver Maassenist Personalberater und Geschäftsführer der Pawlik Consultants GmbH. | Foto: pawlik.de 

Redaktion: Johanna Siegemund