Getestet, eingefroren, vergessen? Dopingproben von Olympia 2004

16.04.2012

Warum friert man Dopingproben von Olympia ein, wenn sie dann doch nicht untersucht werden? ARD-Reporter haben herausgefunden, die 2004 in Athen genommenen 3000 Dopingproben sind danach nicht nochmal getestet worden.

Die Dopingproben von Athen 2004 hat man eingefroren, um sie später zu untersuchen. Aber das ist nie passiert. Foto: © Robyn Beck/ dapd.

Sportreporter beim WDR. Foto: WDR.Florian Bauer.Sportreporter beim WDR. Foto: WDR. 

2004 haben viele Dopingexperten gejubelt, als es hieß: Alle Proben der Olympischen Spiele werden für acht Jahre eingefroren. Das Internationale Olympische Komitee, IOC, versprach, wenn es neue Methoden und Nachweise gibt, werden die alten Proben neu getestet. Das Zeichen an Athleten und an Öffentlichkeit war eindeutig: irgendwann bekommen wir die dopenden Sportler.

In diesem Sommer stehen nun die nächsten Wettkämpfe in London an. Die Dopingredaktion der ARD hat deshalb einmal nachgeforscht, was eigentlich aus den alten Proben von Olympia 2004 geworden ist. Und das Resultat ist erschreckend, denn es ist gar nichts passiert. Nicht eine Probe ist nach 2004 noch einmal untersucht worden.

Herausgefunden hat das Florian Bauer vom WDR. Sein Film „Vergessene Sünden“ läuft heute Abend in der WDR Sendung „Sport Inside“ (Montag, 22.45 Uhr) und wir haben mit ihm gesprochen.