Gewerkschaften – Starke Position trotz Mitgliederschwund?

12.03.2013

Die Gewerkschaften gelten als Interessenvertreter von Arbeitern und Angestellten. Tatsächlich sind aber nur noch wenige von ihnen Mitglied einer Gewerkschaft.

Gewerkschaften repräsentieren nicht mehr die Mehrheit der Arbeitnehmer, sagt Robert Lorenz im Gespräch mit detektor.fm. Foto: © Adam Berry/ dapd

Beginnende Tarifverhandlungen sehen oft ähnlich aus: Die Gewerkschaften fordern Lohnerhöhungen und die Arbeitgeber lehnen diese als zu hoch ab. Ein wichtiges Argument gegen höhere Löhne ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gerade in Zeiten der Krise kann dieses Argument besonders wirksam sein und Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes schüren.

vom Göttinger Institut für Demokratieforschung.Robert Lorenzvom Göttinger Institut für Demokratieforschung. 

Allerdings machen deutsche Unternehmen derzeit satte Gewinne. Die Gewerkschaften sind daher in diesem Jahr nicht mehr gewillt, sich mit minimalen Einkommenserhöhungen zufrieden zu geben.

Vertreten Gewerkschaften noch „die“ Beschäftigten?

Zur Zeit sind Verhandlungen von IG Bau, Marburger Bund, GEW, ver.di und einigen anderen Arbeitnehmervertretungen im Gange oder angekündigt. Gefordert werden sechs bis 6,5 Prozent mehr Lohn. Doch welche Bedeutung kommt den Gewerkschaften als Verhandlungspartner überhaupt noch zu? Repräsentieren sie noch die Mehrheit der Beschäftigten?

Das fragen wir Robert Lorenz, der eben den Band „Gewerkschaftsdämmerung – Geschichte und Perspektiven deutscher Gewerkschaften“ veröffentlicht hat.

Die absoluten Mitgliederzahlen sind stark gesunken und auch die Repräsentativität ist zurückgegangen. – Robert Lorenz über den Zustand von Gewerkschaften